Lyrik-kontra-Bass ! Stefan Hölscher und Michael Schneider mit ihrem neuen Programm: komische Gedichte von Morgenstern, Ringelnatz, Gernhardt und Hölscher am 1. Juli 2016 in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach.

Stefan Hölscher, studierter Philosoph, Literaturwissenschaftler und Psychologe (Dr. phil., Dipl.-Psych., M.A.), hat eine berufliche Doppelexistenz: er arbeitet als Managementberater, Trainer, Coach und ist Geschäftsführender Gesellschafter der Metrion Management Consulting, Frankfurt a.M. Gleichzeitig ist er als Autor, Lyriker und Sprecher tätig. Er ist Verfasser zahlreicher Bücher und Beiträge. Seine Gedichte kreisen um existenzielle, politische, alltägliche und queer-erotische Themen. Sie verwenden klassisch gefügte ebenso wie experimentell freie Formen; sie erweisen sich als poetisch-philosophische Reflexion oder einfach als Spiel mit Bildern, Worten und Lauten. Statt mit erwartungsbestätigender Familienähnlichkeit zeigen sie sich mit eigensinniger Verschiedenartigkeit. Immer aber suchen sie die Verbindung mit der Musik.
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Michael Schneider, Kontrabassist und Cellist, war Solobassist des Philharmonischen Orchesters Heidelberg und Mitbegründer des Weltmusik Ensembles „arkestra convolt“. Daneben widmet er sich als Solist wie im Ensemble der Verbreitung zeitgenössischer Musik und spielt Uraufführungen von Gegenwartskomponisten wie Olga Magidenko, David Loeb, Martin Georgiev und Maria Panayotova. Sein besonderes Interesse gilt dem Aufspüren von inspirierenden, energievollen Werken abseits des musikalischen Mainstreams. Mit Stefan Hölscher verbindet ihn die Leidenschaft für das immer wieder neue, vitale und elementare Zueinanderfinden von Sprache und Musik.
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Die berühmte Breite Seite Nummer drei in Sinsheim. Der Flüchtlingschor und das internationale Gitarrenensemble im Flüchtlingscamp.

Michael Schneider lernt zur Zeit fast täglich neue Menschen kennen. Sicher nicht, weil er die gestrigen Begegnungen wieder vergessen hat.
Er vergisst aber immer noch und immer wieder die vielen Namen die er sich plötzlich merken muss.
Der ehemalige GMD Cornelius Meister des Philharmonischen Orchesters Heidelberg hatte eine perfekte Methode zur Erinnerungshilfe: jeder Musiker sollte ihm ein Foto mit seinem Namen zur Verfügung stellen.
Da sind inzwischen bis zu zehn Djemben-Gambianer und noch einmal so viele, die die Trommel Musik regelmäßig tanzend begleiten. Da sind meine vielen Gitarren Schüler, die mal erscheinen und dann wieder verschwunden sind, mal tauchen einige mit Gitarre auf, dann wieder ohne. Im übrigen erfindet Michael Schneider den Gitarrenunterricht gerade neu: Gitarrenunterricht für Flüchtlinge ohne Gitarre. Auch das ist möglich, natürlich nur eine Weile, bis dann vielleicht eine gespendete Gitarre auftaucht. Der Ramadan legt alles lahm – so nannte ich meinen letzten Artikel über meine wöchentlichen Musizierstunden.
An regelmäßigen Gruppen Unterricht ist also in diesem Monat gar nicht zu denken.
Ich denke nur daran, dass im Juli dann ein so genannter Spagat Unterricht stattfinden wird. Drei meiner afghanisch-irakischen Gitarren Schüler können inzwischen Barree-Griffe spielen.
Das ergibt dann im Juli einen Gemeinschaftsunterricht für total Neu-Anfänger bis Fortgeschrittene in einer Gruppe.
Meine Gitarrengruppe hat sich seit dem 5. Juni 2016 dem internationalen Flüchtlingschor angeschlossen und betätigt sich als Gitarrenorchester.
In dieser Woche gab es neue Lieder zu erarbeiten.
Mehr für den Kopf als für die Finger, denn letztere bewegen sich vorwiegend in der Tonart D Dur mit drei Akkorden.
Hier der Text des neuesten Liedes:
Kopf und Schulter, Fuß, Knie und Fuß.
Kopf und Schulter, Fuß, Knie und Fuß und
Augen, Ohren, Nase und Mund
Augen, Ohren, Nase und Mund
Das war’s. Wie das war’s, sowas leichtes?
Na dann singen sie dieses Lied einmal auf Arabisch oder auf Afghanisch.
Dann geht dem Leser ganz schnell das folgende Licht auf: jedes Wort das spielerisch leicht gelernt und im Kopf bleibt in einer neuen Sprache, das ist eine Bereicherung auf dem Weg zur fliessenden Beherrschung derselben. Michael Schneider kennt sich da aus, lernt selbst gerade eine neue Sprache und freut sich über jedes Wort das freiwillig bei ihm bleibt.
Und um das Lernen noch zu erleichtern zeigt der Chorleiter Bruno Strnad mit beiden Zeigefingern an das entsprechende Körperteil zum passenden Wort.
Und wenn Sie dem Flüchtlingschor beitreten möchten, dann schauen Sie einfach dienstags um 18:00 Uhr vorbei. Dann zeigen Ihnen die Flüchtlinge in ihrer jeweiligen Sprache die Körperteile, die Sie dann entsprechend in der Landessprache singen dürfen.

Breite Seite Nummer drei – der Ramadan legt alles lahm.

Das stimmt so natürlich nicht. Das Laute ist in der Menge einfach reduziert. Slow Motion – so erleben wir es mehrmals im Jahr, wenn Deutschland in die Ferienstarre verfällt. Dann bleiben Anträge eben liegen, weil jemand im Urlaub ist. Hasta Manana, wie der Spanier sagt, Morgen reicht es auch noch.
Mittwoch, 8. Juni, Michael Schneider reist an mit Cello und Gitarre – die beiden Windhunde gehören schon zum Personal.
Ach ja, heute treffe ich auf neues, mir unbekanntes Security Personal. Der Chef gibt Anweisung, meinen Kofferraum auf Waffen zu untersuchen. Meine Leser kennen sich in meinem Wagen schon aus: der Kofferraum enthält oft jede Menge Djemben, aber immer meine beiden Hunde. Darum könnte ich jede Menge Waffen ins das Flüchtlingscamp schmuggeln, denn sobald die Security Leute meine Hunde sehen, vergessen sie ihre Neugier.

Gut, dann ist es soweit, Michael Schneider schreitet zur Tat.
Ohne Publikum. Schauen Sie auf die Überschrift. Wo ich meinen Bach “ übe “ ist mir egal. Nein, auch das stimmt nicht: zu Hause ist es Üben, da wird verbessert. Hier tue ich so, als sei es ein Konzert – ohne Publikum.
Doch mit Publikum: ein Afrikaner und zwei Afghanen lauschen der Bach-Stunde.
Besonders der Afrikaner ist wieder so ein Typ ( Afrikaner ) der deutlich und lachend seinen Gefühlen zu Bach’s Musik nach jedem Stück Raum gibt. Bei den rockig-fetzigen Nummern können die Afrikaner besonders gut mitgehen. Sie erinnern sich: Die Satzbezeichnungen: Courante und Gigue versprechen Rhythmus und schräge Klänge. ( Hiers entsteht gerade ein neues Projekt: im Juli, wenn die Djemben-Post wieder abgeht werden die Gambianer mit ihren Djemben die Rockband stellen zur Musik von Johann Sebastian Bach mit elektrisch verstärktem Cello. Sie kennen den folgenden Satz schon: wir hören voneinander ).
Nach 70 Minuten kann der Gitarrenunterricht beginnen. Ein Schüler erscheint. Er wird auf die nächste Woche vertröstet. Ich unterhalte mich mit weiteren Gitarren Interessenten. Der nächste Schüler erscheint. Das wiederholt sich noch einmal. Aber, sie bringen es fertig, zeitlich so versetzt zu erscheinen, dass ich jeden einzelnen auf den Gruppenunterricht in der kommenden Woche vertrösten muss. Für den Leser: es gibt in der Breiten Seite nur Gruppenunterricht.
Apropos fröhlicher Afrikaner: einer der Djemben-Gambianer ist 20 Jahre jung und war vier Jahre auf der Flucht bis er in der Breiten Seite Nummer drei gelandet ist.

Machen Sie sich ein Bild:
Hier gebe ich die ersten vier Suchergebnisse an, wenn ich Sinsheim/ Flüchtlinge eingebe:

1. https://www.facebook.com/wirwollenkeineasylantenheime/
2. http://www.rnz.de/nachrichten/sinsheim_artikel,-Fluechtlinge-in-Sinsheim-Kreis-plant-eine-weitere-Notunterkunft-_arid,144559.html
3. Tumulte in Sinsheimer Flüchtlingsheim: Kreis verstärkt Sicherheitsdienst
4. http://www.sam-sinsheim.de/ Sinsheimer Arbeitsgemeinschaft Migration e.V.

Die Artikel, ihre Reihenfolge ändern sich quasi stündlich. Nur eines begegnet mir immer wieder an erster Stelle: facebook.com: wir wollen keine……………!
5. Juni 2016, Sonntag 11- 14 Uhr. Das internationale Frühstück in Sinsheim. Ich suche noch, im Internet, suche vergeblich an erster Stelle die Liebe und das Wohlwollen von dieser Begegnung, gespiegelt im Internet für die ganze Welt.
Michael Schneider war auf einer Fortbildung des DRK Rhein Neckar über Traumata von Flüchtlingen. Die Musik die Michael Schneider und Bruno Strnad in die Breite Seite Nummer drei bringen, lindert zumindest solange die Musik erklingt jedes Trauma. Für die Musiker ebenso wie für deren Zuhörer.
Ich muss hier feststellen, dass nach diesem internationalen Frühstück Michael Schneider an einem Trauma leidet. Dieses Erlebnis, auch mit dem Flüchtlingschor, dem Gitarrenorchester und den Djemben-Gambianern, den Indern und Tamilen: diese Begeisterung und Wohlwollen, das ist schwer auszuhalten. Ganz besonders angesichts der Facebook-Seite Nummer eins auf der Hitliste des Negativen.

Breite Seite Nummer drei in Sinsheim. Das Djemben Ensemble aus Gambia. Gruppenbild mit Djemben. Wir nannten das damals “ African High Life Music „. Jetzt nennen wir sie “ Flüchtlinge „. Ich nenne sie: Menschen die unsere Hilfe brauchen. Willkommen unsere neuen Freunde. Unsere Zukunft.

Eugen Lemberg und die Überwindung des Nationalstaatensystems. Das dachte ich. Spätestens mit und Dank Helmut Kohl habe ich die national-hegemoniale Engstirnigkeit für ausgestorben erklärt. Aber jetzt wollen wir weiter unsere Waffen an Diktatoren verkaufen, hüten und klammern an unserem egoistischen Wohlstand durch den Tod anderer Menschen. Wir waren doch alle froh über den Fall der Mauer. Michael Schneider war entsetzt über Israel, über den Zaun der USA gegenüber Mexiko. Und jetzt leistet sich Frau Merkel die Tolerierung von Stacheldraht an Europas Grenzen. Wann setzt Frau Merkel den gewünschten Schiessbefehl der AfD in die Tat um?
Wir sind eine Schande für die Menschheit, für unsere Menschlichkeit, wenn wir unseren Wohlstand auf Kosten der Armut anderer weiter leben wollen. Tod anderer für unseren Wohlstand ? Wollen wir das ? Willkommen meine neuen Freunde.

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Holger Schultze, der Intendant des Theaters und Orchesters Heidelberg hat sicherlich unter den Lügen und Intrigen gegen Yordan Kamdzhalov gelitten. Aber wenn der Hofstaat sich so vehement verweigert, was soll der König dann machen? Er weicht der rohen Gewalt.

Täglich konnten Yordan’s Freunde die Fluktuation zum Direktionszimmer des Intendanten beobachten. Der Orchestervorstand, extra für den Rausschmiss von Yordan Kamdzhalov gewählt, hatte sich entschieden, sich als devote Diffamierungsinstanz zu etablieren um so dem Intendanten Holger Schultze gewichtiges Argumentationsmaterial zu liefern, das er mangels Beweisen dringend benötigte. Den Rest seines Hofstaates würde er dann mit der Androhung von Kündigung schon gefügig machen. So war der Orchestervorstand des Philharmonischen Orchesters Heidelberg der Wegbereiter und willfährige Wasall eines neidischen Königs, der täglich den Spiegel befragte, wer der Schönste im ganzen Land sei. Der Spiegel muss ihn immer wieder an Yordan Kamdzhalov verwiesen haben, der mindestens genauso schön wie Jonny Depp ist, aber auch noch über magische andere Schönheit verfügt. Also musste das Märchen wahr werden: Holger musste der Schönste im ganzen Land werden, koste es was es wolle. Er konnte schliesslich allen kündigen, die nicht seiner Meinung waren.
Nur leider leider leider: Michael Schneider hatte seinen Vertrag noch mit dem OB Reinhold Zundel gemacht.
Da war das Orchester – oh selige Zeiten – noch ein eigenes Amt. Oh Macht der Dummheit: jetzt hängt das Philharmonische Orchester am Tropf des grössten Intendanten aller Zeiten: Holger Schultze.

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Profis zu Besuch: Michael Schneider in der Breiten Seite Nummer drei in Sinsheim am 2. Juni 2016. Heute wieder einmal komplett anders. Das Namenwirrwar in meinem Kopf.

Michael Schneider gibt Gitarrenunterricht. Bruno Strnad spielt Gitarre und leitet einen kleinen Flüchtlingschor. Der Chor besteht manchmal nur aus 2-3 Sängern. Kamerun, Togo und Afghanistan sind in diesem Chor vertreten. Wenn mehr kommen, vermehren sich auch die vertretenen Flüchtlingsländer.
Da hat mein Gehirn viele Namen, sehr viele unbekannte noch nie gehörte Namen zu verkraften.
Das fängt schon mit Bruno an, dem Chorleiter. Ein Zungenbrecher dieser tschechische Nachname.
So jetzt eine kleiner Test für Sie, die Leser. Es folgt eine Liste der Vornamen von Chorsängern und Gitarrenorchester Mitgliedern. Lesen Sie sich die Namen einmal durch und schreiben Sie die dann auswendig auf. Ohne zu spicken. Viel Vergnügen:
Hassa, Mohamad, Michel, Raheb, Obaid, Syed, Freddy, Maliksada, Assim,Mosab,Nesar.
So, Sie konnten also alle Namen wiederholen ? Ich gratuliere, ich darf die Namen in der Breiten Seite Nummer drei dann auch noch Gesichtern zuordnen.
Heute bekommen die auf dem Pressephoto vertretenen Gambianer einen Namen.
Erste Reihe von links nach rechts:
Bakari, Djeben, Ansu, Ibraim Ismaila.
Zweite Reihe von links nach rechts:
Sadja, Andrea Schmedes, Kalifo und Michael Schneider.

Die acht Gambianer und ihre Djemben brauchen heute keinen Profi, sie sind es selber. Heute trommeln sie zweieinhalb Stunden ohne Pause und für die anderen afghanischen und syrischen Flüchtlinge.
So widme ich mich mit Bruno dem gemeinsamen Projekt für das internationale Frühstück am 5. Juni in Sinsheim: wir legen mein Gitarrenorchester mit dem Flüchtlingschor zusammen und üben einen Kanon ein und ein weiteres Lied.
Innerhalb von zwei Wochen haben meine Gitarrenschüler Akkordwechsel gelernt, die sie inzwischen im Tempo spielen und die Akkorde mit gutem Timing wechseln können.
Wieder einmal hat Michael Schneider heute gelernt: wenn du etwas geben möchtest, dann darfst du nicht erwarten dass das genau so stattfindet, entgegengenommen wird wie du dir das vorstellst.
Immer wieder spüre ich eine kleine Eitelkeit in mir, die gestreichelt werden will.
Aber sie hat bei mir keine Chance. Ich weiss, einfach für die Flüchtlinge da sein und das sehr regelmäßig, das ist die beste Hilfe die ich ihnen geben kann.

Noch ein Kommentar zur anspruchsvollen „ Chor-Literatur „: Grün grün grün sind alle meine Kleider.
Zweites Repertoire Stück: Es tönen die Lieder.
Hier zum Nota Bene: Weniger ist eben immer wieder mehr. Nämlich besser als gar nichts.

AfD – Flüchtlingshilfe – Integration: Es gibt nichts, ausser man tut es. Michael Schneider als Profi zu Besuch bei Menschen, unseren Brüdern die Hilfe brauchen…………..gemeinsam mit Johanna Thie vom DRK Rhein Neckar.

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Stellen Sie sich vor: Die AfD stellt eines Tages den Bunderkanzler/in. Dann wird es höchste Zeit für einige in Deutschland ihre Haut zu retten. Denn wenn dann deren geplanter Schiessbefehl an unseren Grenzen in die Tat umgesetzt wird, dann ist es bis zur “ Schutzhhaft “ nicht mehr weit. Sie möchten also in die freie Schweiz flüchten. Die Grenzen sind aber dicht. Sie werden abgewiesen, müssen zurück. Sie wissen, was Sie von der Bundesregierung dann zu erwarten haben. Sie sind ein reiner Deutscher ? Dann haben Sie vielleicht noch Glück. Nun haben Sie aber einen Migrationshintergrund – für Michael Schneider das schlimmste Wort seit Jahren. Warum sind wir nicht einfach alle Deutsche ? Menschen ? – also, der Migrationshintergrund heftet Ihnen so etwas wie Rassenschande an, Sie sind irgendwie nicht sauber, gehören nicht dazu. Dann wissen Sie genau, was Ihnen blüht.
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So erging es auch Theodor Kramer, der diese Gefühle nach dem Anschluss Österrreichs an das Deutsche Reich in dem folgenden Lied zum Ausdruck brachte:

Andre, die das Land so sehr nicht liebten
War’n von Anfang an gewillt zu geh’n
Ihnen – manche sind schon fort – ist besser
Ich doch müsste mit dem eig’nen Messer
Meine Wurzeln aus der Erde dreh’n!

Keine Nacht hab‘ ich seither geschlafen
Und es ist mir mehr als weh zumut –
Viele Wochen sind seither verstrichen
Alle Kraft ist längst aus mir gewichen
Und ich fühl‘, dass ich daran verblut’!

Und doch müsst ich mich von hinnen heben –
Sei’s auch nur zu bleiben, was ich war
Nimmer kann ich, wo ich bin, gedeihen
Draußen braucht ich wahrlich nicht zu schreien
Denn mein leises Wort war immer wahr!

Seiner wär ich wie in alten Tagen
Sicher; schluchzend wider mich gewandt
Hätt‘ ich Tag und Nacht mich nur zu heißen –
Mich samt meinen Wurzeln auszureißen
Und zu setzen in ein andres Land!

Andre, die das Land so sehr nicht liebten
War’n von Anfang an gewillt zu geh’n
Ihnen – manche sind schon fort – ist besser
Ich doch müsste mit dem eig’nen Messer
Meine Wurzeln aus der Erde dreh’n!


Andrea Schmedes vom DRK Rhein Neckar sowie Johanna Thie und Michael Schneider
( mit vielen anderen Helfern ) halten dagegen:
Wir integrieren mit Taten: wir suchen Konzerte, Auftrittsmöglichkeiten, wir suchen den Kontakt mit “ uns Deutschen „.
Ein sehr kommunikatives Medium ist uns vom Leben geschenkt: die Musik.
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Das Violoncello, die Rabbath Technik und die wichtige Frage: waren da einmal Berge von langweiligen Etüden? Cello Unterricht bei Michael Schneider ganz anders und modern.

Michael Schneider kennt von seinen Schülern den leidigen Spruch anderer Lehrender:
“ Wie, du spielst schon Bach? Du musst doch erst mal Berge von Etüden durcharbeiten.“
Es geht noch besser: “ So spielt man nicht Cello, du musst erst mal viele Etüden gespielt haben bevor du das kannst.“
Sagte die Solocellistin in einem Laienorchester und ignorierte, dass meine Schülerin ohne die vielen Etüden die Egmont Ouvertüre trotzdem spielen konnte. Mit der Rabbath Technik: dem Pivot, dem Krabbengang und einem ganz anderen Denk- und Spielsystem auf dem Cello.
Und dazu noch einer modernisierten Lageneinteilung. Diese Lageneinteilung auf dem Cello hat nur noch fünf Lagen die dann das gesamte Griffbett umfassen bis an dessen Ende.
Mit dieser modernen Lageneinteilung hat das Gehirn drei feste Haltepunkte die eine sichere räumliche Aufteilung gewährleisten.
Diese drei Haltepunkte sind ( auf die A-Saite bezogen ) das E ( in Höhe der Halsbeuge ), das Oktav A, allgemein als Daumenlage bezeichnet aus herkömmlicher Sicht.
Und die fünfte Lage bildet das nächste Flageolett E.
Auf diese drei Haltepunkte wird auch der Daumen für das Spiel quer über die Saiten gelegt.
Und was machen wir mit den vielen Bergen von Etüden?
Die vergessen wir, beziehungsweise die kaufen wir erst gar nicht.
Die Violoncello Suiten von Johann Sebastian Bach und das Kirchengesang Buch sind die besten Etüden.
Das Pivot und der Krabbengang stecken alle in den Cello Suiten. Die vielen Kirchen Lieder machen sich meine Schüler für das Spiel in der Daumen Lage zu nutze. Um sich mit der so genannten Daumen Lage – also nach Francois Rabbath die 4. Lage – vertraut zu machen empfehle ich meinen Schülern hier die Kirchen Lieder zu spielen. Es handelt sich in der Regel um einfache Tonarten und kurze überschaubare Melodie Bögen. So fällt es den Schülern leichter sich in der Daumenlage einzuleben und auf den Klang zu achten, weil keine großen technischen Probleme das Gehirn ablenken.
Ich werde nicht müde zu wiederholen, dass die Rabbath Technik keinesfalls das Üben ersetzt.
Der Fokus liegt nur auf einem ganz anderen Aspekt. Und wenn die Technik fertig geübt ist, dann stehen da sechs Cello Suiten zur Verfügung und nicht Berge von Etüden die irgendwo verstauben und die nie wieder jemand anschauen wird.

Das ist doch ein wunderbares Angebot für jeden neuen Anfänger: Das Cellospiel mit allerbester Musik. Das ist die Musik die nie schlecht wird und nur Freude bereitet, ganz gleich auf welchem Niveau du diese Musik spielst.