RabbathTechnik – leicht und billig wie im Supermarkt ? Bei Michael Schneider gibt es das fast umsonst. Aber für Interessierte übernimmt er das Üben noch nicht. Warum sollten die Bassisten des Philharmonischen Orchesters Heidelberg diese Technik lernen?

Leicht – das ist die Rabbath Technik wenn man sie kann.
Das hat schon Karl Valentin erkannt: „ Wenn man es kann, dann ist es ja keine Kunst mehr. „
Diese Erkenntnis gilt auch für die dafür notwendige richtige Einrichtung des Instruments.
Flache Saitenlage mit entsprechend flacher Krümmung des Griffbrettes, weil mit der Rabbath Technik nicht mehr gearbeitet, bzw. gedrückt wird. Also kann man sich eine hohe Saitenlage ersparen. Wenn der Weg zwischen Saite und Griffbrett nicht weit ist, dann spart dies enorm Zeit. Denn beim Verlassen der Saite folgt sie dem Finger nicht so weit nach. Ich bin also im Umkehrschluss auch schneller auf dem Griffbrett als bei einer hohen, höheren Saitenlage.
Ausserdem klingt jede Saite viel schöner, wenn sie nicht zu sehr eingeknickt werden muss.

Dies alles war so bei meinem wunderbaren Fünfsaiter entsprechend eingerichtet, den der damalige Solobassist der Berliner Philharmoniker in den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts seinem Sohn gekauft hat.
Nun war in den letzten Jahren bekannt, dass Michael Schneider einiges ganz anders macht als der deutsche Mainstream. Das Philharmonische Orchester Heidelberg hat diesen Bass nach meinem Ausscheiden vor einem Jahr gekauft.
Alles neu macht er Mai: neues Griffbrett, hohe Saitenlage, andere Saiten, anderer Saitenhalter, anderer Stachel und wer weiss was noch alles verändert wurde.
Ergebnis: niemand hat mehr Lust, auf diesem Bass zu spielen. Er klingt spröde und kratzig, antwortet nicht mehr auf Fragen. ( Das heisst auf Deutsch: es braucht viel Kraft bevor die Saite anspricht ). Die hohe Saitenlage tut ein Übriges, erfordert einen erhöhten Kraftaufwand.

Daraus folgt für Michael Schneider:
Die Rabbath Technik ist auch eine musikalische Überlebensphilosophie.
Will ich arbeiten wenn ich Musik machen will ?
Will ich mit Kraft spielen ?
Will ich einen kratzigen Ansatzton ?
Betrachte ich das Instrument als Bodybuilding Element, weil ich ja auf „ Arbeit „ bin?

Michael Schneider hat noch nie in seinem Leben gearbeitet.
Besser formuliert: nicht arbeiten wollen .
Ergo war ich immer auf der Suche nach Erleichterung, Verbesserung sowie Veränderung.
Diese Lebenseinstellung öffnet viele Sinne für neue Varianten gegen das Alte, das Starre und in der Musik Überkommene.
Kein Geiger würde auf einer Geige spielen, die soviel Widerstand bietet wie viele Saiten auf den Kontrabässen, die dann auch noch mit viel zu hoher Saitenlage eingerichtet sind.

Sommer 2016 nach einem Konzert in Berlin. Michael Schneider hat Bach auf dem Cello gespielt. Eine Frau aus dem Publikum muss es mit erzählen: „ Ich habe noch nie gehört, dass ein Cello so weich klingen kann.“

Das allgemeine menschliche Problem mit der Rabbath Technik ist, dass jemand sich infrage stellen muss, ob das bisher Gelernte das Optimum des Möglichen war. Oder ob er, um neue Kontinente zu entdecken, den alten aus den Augen verlieren muss.
Die Geschichte aus der Bibel mit dem Nadelöhr, die ist wohl noch bekannt. Warum sollte ein gestandener Bassist durchs Nadelöhr gehen, der doch mit Franz Simandl sehr gut versorgt wurde ?

Profis zu Besuch – Michael Schneider ist offizieller Kooperationspartner der Realschule Waibstadt.

Profis zu Besuch. Der Philharmoniker Michael Schneider ist offizieller Kooperationspartner der Realschule Waibstadt.
Die Akteure am 18. November 2016:
Die Klasse 9 von Frau Sybille Bachmaier.
Die Französisch Lehrerin Andrea Häusl.
Die Schriftstellerin Vanja Simeonova.
Michael Schneider, Violoncello und Walter Pfundstein, Kontrabass.
David Loeb, Komponist, vertreten durch seine Dúo Kompositionen.

lesung-vanja-7
Am 18. November 2016 präsentierte ein Lyrik-Musik Workshop den Schülern und Schülerinnen der neunten Klasse Musik des New Yorker Komponisten David Loeb sowie Lyrik von Klassik bis brandaktueller Prosa-Lyrik von Vanja Simeonova.
Schräge Musik für diese jungen Menschen, die andere Hörgewohnheiten haben als moderne klassische Musik oder inhaltlich heftige zeitgenössische Lyrik.
Aber es geht hier nicht um die Frage, ob der Klasse neun diese Musik gefällt. Es geht um die Frage der Ausgrenzung und Ablehnung von Unbekanntem, noch nie Gehörtem. Lasse ich mich darauf ein es kennen zu lernen, dann kann ich hinterher entscheiden ob es mir gefällt oder nicht. Dann habe ich bei meiner Entscheidung die Wahl zwischen zwei Erfahrungen. Lehne ich etwas ab ohne es genauer zu kennen, dann lebe ich ein Vorurteil, also eine einseitige Entscheidung.

lesung-vanja-8
Aber: auch die “ Macher “ dieses Workshops konnten viel lernen an diesem Vormittag. Die SchülerInnen sollten von allzu hartem Tobak verschont bleiben, die Akteure wiollten die Jugend nicht verprellen.
Aber was waren die stärksten Momente dieser drei Schulstunden?
Ein Gedicht untermalt mit Musik. Natürlich wissen die Profis, wann es zuviel ist oder zuwenig und wann ein musikalischer Kommentar intensivierende Wirkung hat. Aber das war auch der Sinn dieses Workshops. Eine weitere sehr heftige Reaktion löste ein Gedicht von Vanja Simeonova aus, das sie selbst vortrug passend zum Leitthema der Realschule Waibsstadt : “ Wir geben Mobbing und Ausgrenzung keine Chance. „

lesung-vanja-3

Vanja 6

Neue Nachrichten vom Solocellisten Michael Schneider : eine neues Cello von Matthias Kohl, Heidelberg – ausgestattet mit optimal-finalem Zubehör.

1. Ein Totalschaden an meinem “ Bembel “ Cello ( so genannt wegen der gemusterten Randeinlagen ) in diesem Frühjahr sorgte für frischen Wind und Bewegung in der Cello Welt.
Geigenbaumeister Matthias Kohl präsentierte mir seinen Neubau aus Vogelahorn und Haselfichtendecke. Ein unglaublich leichtes Instrument, buchstäblich leicht wie eine Feder. Schon bei den ersten jungfräulichen Tönen vermittelte es Spielfreude und Wohlbefinden.
2. Einbau der Lauffer Feinstimmwirbel. Nie wieder Stau an den Feinstimmern, vorbei die ewige Kollision von Bogen- und Stimmhand.
3. Ein schwerer Ebenholz Saitenhalter, in diesem Fall Eigenbau. Dies empfiehlt Gerold Genssler zu seinen “ Golden Label “ Saiten.
4. Gerold Gensslers Spezial Aufhänge Seil. Inzwischen auch von den konservativsten Kontrabassisten empfohlen und anerkannt.
5. Jetzt kommt der Hammer: Die Genssler Saiten: schnelle Ansprache, warmer Ton ( besonders auch für die Freunde der historisch informierten Aufführungspraxis zu empfehlen ).
Leider riss dann eine gut eingespielte A-Saite. Das erwähne ich, weil ich schon mehrfach darüber geschrieben habe, dass Michael Schneider Anno 2010 ein halbes Jahr gebraucht hat um diese Saiten optimal zu handhaben. Das ist verständlicherweise ein Grund, warum diese Saiten nicht die erwartete allgemeine Anerkennung finden. Nicht jeder Cellist heisst Felix Schönfeld oder Michael Schneider und bleibt hier am Ball.
Jetzt kommt der absolute Hammer: Es ist Gerold Genssler gelungen eine A-Saite herzustellen, die schon am zweiten Tag perfekt reagiert und auch klingt.
Ich konnte sogar feststellen, dass die drei tiefen Saiten mit der neuen A-Saite ihren Kraft- und Wohlklang noch einmal verdoppeln.
Plötzlich hat mein Kohl-Cello eine richtig bassige C-Saite.
6. Die Recital Box liefert dazu das Klangvolumen einer Kathedrale mit langem halligen Nachklang. Wer im Internet recherchiert, der wird feststellen, dass dieses Gerät nicht nur in Heidelberg von mir begeistert genutzt wird.
Übrigens: Der Kontrabassist Walter Pfundstein benutzt die Cello Box auch auf seinem Fünfsaiter.

Die Relation der Sichtweise auf das Veränderbare und das Unabänderliche. Eingefahrene Strukturen als Sicherheit für das Selbstwertgefühl in unsicheren Zeiten.

“ Da wo die Angst ist, da geht es lang “ sagen die Psychologen.
Ich habe aber keine Angst, weil ich da bleibe, wo ich bin. Dann verschliesse ich die Augen, ignoriere was um mich herum geschieht, habe meine Ruhe und kann weitermachen wie bisher.
Oder:
Ich habe eine vage Idee, dass alles auch ganz anders sein könnte.
Dann öffnet sich die Tür für Veränderung, dann habe ich die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Als Instrumentallehrer versuche ich nicht die Schüler von meiner Spielweise zu überzeugen, sondern ihnen eine weitere Möglichkeit anzubieten. Erst wenn sie beide Varianten beherrschen können sie sich entscheiden, welche sie verwenden möchten.
Das Unabänderliche verfestigt sich, wenn ich Veränderung nicht will. Dann bietet es ( vermeintliche ) Sicherheit auf die ich mich verlassen kann.
Will ich aber das Lebendige, dann bedeutet das Veränderung. Dann stelle ich Fragen. Dann stelle ich mich in Frage. Finde ich dann die Antwort darin, dass ich nichts verändern will, dann ist das eine Entscheidung die ich bewusst fälle. Grenze ich andere Möglichkeiten aus, dann bleibe ich bei dem mir Vertrauten ohne es zu hinterfragen, eine Alternative fehlt.
So berufen sich viele meiner ehemaligen Kontrabass Kollegen auf den Witz über Bassisten: Ein Bassist spielt immer nur einen Ton, während die anderen das Griffbrett rauf und runter turnen. Gefragt, was er da mache antwortet er: ich habe den Ton gefunden, die anderen suchen noch.
Ein banal-trivialer Witz und gar nicht witzig. Aber eine Mentalitätsdiagnose.
Diagnostiziert wird hier eine geistige Monokultur die sich in Ablehnung alles anderen manifestiert.
Eugen Lemberg ( Soziologe mit Schwerpunkt Nationalismus ) hat schon vor 50 Jahren erkannt und formuliert: Der Selbstwert einer Gruppe definiert sich auch durch Ablehnung des Andersartigen – also durch Bestätigung des eigenen Selbstwertgefühls durch Ablehnung anderer. Dazu braucht es Sündenböcke, Schuldige, Abweichler und die Distanzierung von ihnen.
Dieser heimliche Gruppenzwang drängt alle in die Konformität. Jeder Mensch will irgendwo und irgendwie dazugehören.

Im Philharmonischen Orchester Heidelberg hat der ehemalige Solokontrabassist in den letzten vier Jahren nicht mehr dazu gehört. Er hat sich für die Menschlichkeit entschieden und damit gegen den Gruppenzwang. Der Faschismus des gesamten Orchesters und Theaters lief ab nach dem Schema der “ Nashörner “ von Eugene Ionesco, der “ Welle “ oder “ Dogville „, einem menschlichen Katastrophenfilm mit Nicole Kidman.

Die Qual der Wahl für das eigene Glück. Michael Schneider, Solocellist aus Heidelberg empfiehlt: Genssler Saiten „ Golden Label „ für Violoncello.

Jeder Musiker kennt seinen persönlichen Albtraum: das Instrument ist perfekt eingerichtet, Zufriedenheit mit dem komfortablen Instrument herrscht vor. Doch dann kommt etwas dazwischen. Ein Riss, ein neuer Steg. Alles kann repariert werden. Eine neue Spiel Situation stellt sich ein, verlangt vom Spieler, dass er sich dem Neuen anpasst.
20 Jahre konnte Michael Schneider mit seinem Cello dies alles vermeiden.
Nicht vermeiden konnte er seine Neugier auf einen sehr kraftvollen und auch weichen Klang. Ein Ton, der den Saal füllt ohne durch brutale Gewalt erzeugt zu werden.
Viele Jahre haben mich die sehr guten Larsson Saiten auf dem Cello begleitet.
Dann kann Gerold Genssler ins Spiel, der mir 2010 einen Satz handgemachter neuer Saiten schenkte. Ich war schon auf dem Kontrabass 20 Jahre daran gewöhnt mit weichen Saiten zu spielen. Trotzdem habe ich ein halbes Jahr gebraucht um mich an diese neuartigen Saiten zu gewöhnen. Danach habe ich fünf Jahre lang diese Saiten spielen können, bis die A-Saite ihren Geist aufgab. Eine Katastrophe für mich.
Gerold Genssler fertigte mir eine neue Saite. Unspielbar dachte ich und nahm die Saite wieder ab. Gerold Genssler baute mir eine andere bessere A-Saite. Für mich eine noch schlimmere Katastrophe. Dann spiele ich doch lieber das Vorgängermodell.
Aber das Ziel von Gerold Genssler, präsente und weich klingende Saiten herzustellen hat auch immer wieder seinen Preis. Besseres Material mit immer besserer Qualität bringt das gewünschte Ziel, nicht aber immer gleichzeitig eine sehr lange Lebensdauer. ( Ich schreibe hier über einen Zeitraum von fünf Jahren !!! )
Der geniale Saitenmacher Gerold Genssler und der Heidelberger Solocellist Michael Schneider verstehen Cellisten, die sich nicht die Zeit nehmen wollen, sich auf diese neuen Saiten einzustellen. Der musikalische Alltag muss weitergehen ohne Unterbrechung, da kann kein Musiker mal eben ein paar Monate oder ein halbes Jahr daran arbeiten sich auf Neues einzustellen.
Ich habe es immer wieder getan, ich bin an neuen Entwicklungen von Gerold Genssler verzweifelt, habe neue Alternativen verlangt und bin immer mal wieder auf das Vorgängerangebot ausgewichen.
Jetzt ist für Michael Schneider ein neues Paradies angebrochen.
Es ist Gerold Genssler gelungen, eine A-Saite herzustellen, die nahezu auf Anhieb perfekt klingt.
Meine erste Feststellung: diese sehr präsente A-Saite braucht keine lange Einspielzeit. Sie spricht sofort an, verbessert den Klang der anderen drei Saiten des Instruments insgesamt. Schon am zweiten Tag stellt sich eine innere Beruhigung und Zufriedenheit ein über die zuverlässige Ansprache dieser fantastischen Neu-Entwicklung.
August 2016 nach einer Buchpräsentation in Berlin. Michael Schneider spielte Bach. Die Schriftstellerin Jenny Schon kommentierte die Performance Michael Schneiders so: „ Ich habe noch nie einen so weichen Cello Klang gehört wie heute, das kenne ich nicht. „
November 2016 in Heidelberg. Eine Cellistin aus dem Bonner Beethoven Orchester besucht mich, spielt Bach auf meinem Cello – und: hört nicht auf. Bach nur noch auf dem neuen Cello – gebaut von Geigenbaumeister Matthias Kohl, Heidelberg 2016 – mit den Genssler Cello Saiten „ Golden Label „.
Anno ca 2013. Eine private Einladung bei einer Cellistin. Auch gemeinsame Musik ist geplant. Die Gastgeberin – Michael Schneider will kein Spielverderber sein – darf auf seinem Cello spielen. Michael Schneider bangt gerade um die Seele seines schönen Cello Tons ( wegen Drückebergerei ), als die Gastgeberin fragt: „ Warum bekomme ich keinen Ton heraus ? „
Antworten finden Leser auf Youtube: Olga Magidenko sowie Lyrik-Kontra-Bass. Sowohl auf dem Cello als auch auf dem Kontrabass erleben Sie Genssler Saiten.


https://www.youtube.com/watch?

https://www.youtube.com/watch?v=un-C5HEVmJ8

https://www.youtube.com/watch?v=vYB3MAtlIVY

Der Philharmoniker Michael Schneider, sein Genssler Saiten-Cello, Johann Sebastian Bach und die Weltmusik. Eine philosophische Betrachtung menschlicher Merkwürdigkeiten.

Die Einsamkeit des eigenen Weges ist nicht die Mehrheit der Zurückgebliebenen.
Als Michael Schneider 1991 ein zweites Kontrabass Studium in Paris bei Francois Rabbath begann, da hörte er wortwörtlich von einem Kollegen: “ Bleib doch bei uns, verlass uns nicht „. Da war es schon zu spät, der Virus der Neugier: Ich verdanke ihn meinen Eltern, weiss immer noch nicht wie sie das gemacht haben, mich so zu prägen. Hat Gott es mir in die Wiege gelegt, liegt es an meinem Sternzeichen und seinem Aszendenten ?
Ich musste nach Rabbath auch noch Gerold Genssler über den Weg laufen: Ein neuer Virus traf mich: Die Genssler Saiten, zunächst für Kontrabass die “ Rabbath Golden Label „. Furchtbar ansteckend. Nicht mehr auszurotten nach Infizierung. Zum Glück ( für wen ? ) sind die meisten Kontrabassisten immun dagegen. ( Grosser Dank dafür an dieser Stelle ). Und dann die Cello Golden Label Saiten. Auch für Michael Schneider, den Soft-Spieler, alias Anti-Drückeberger des protzig-männlichen Bass- und Cello-Stils: eine Herausforderung. Aber dann: Gott hilf, eine Saite reisst, eine bessere stellt Gerold Genssler her, aber Michael Schneider will die alte, die “ göttliche “ erste Saite. Es hat lange gedauert sich daran zu gewöhnen. Aber dann sind diese Saiten das Paradies auf Erden. Mein Paradies. ( Jeder hat sein eigenes ! )
Besuch: Eine Cellistin aus dem Ruhrgebiet, tätig in Bonn, Kölner Philharmoniker und-so-weiter.
Sie darf auf meinem Genssler-Saiten-Cello spielen. Ich höre Bach. Sie hört nicht auf. Machen wir ein Konzert zusammen, mit Bach.
Ich höre: Aber nur wenn ich auf deinem Cello spielen darf. Höre ich richtig ? Haben Sie richtig gelesen ?
Immerhin, eine Profi Orchestermusikerin will Bach nur mit Genssler Saiten spielen. Wusste sie, was sie da sagt ? Nein, sie wusste nur: das klingt gut, das bereitet Spielfreude, das spricht leicht an und antwortet auf die Fragen des Spielers.
Und Michael Schneider denkt: “ Wenn ich so mein Cello höre, dann verdoppelt sich der Wert gleich einmal auf 18.000 Euro.“

Das Philharmonische Orchester Heidelberg, ein unbedarftes Jüngelchen ( gemeint ist Herr Grandy – Kommentar des Publikums ) und Yordan Kamdzhalov.

Der folgende Kommentar erreichte mich zum Thema Yordan Kamdzhalov.
Y. A. schrieb: “ Michael Schneider – oder doch ein reinkarnierter amateurhafter Mutant Klaus Kinskis?
Jämmerlich, zumindest schlechter Stil, sein ehemaliges Orchester und gar die Kollegen zu diffamieren, nur weil der Verlust eines schrecklichen Dillettanten ihn persönlich so schmerzte. Heidelberg ist besser dran ohne einen Yordan Kamdzhalov (dessen Talent sich übrigens in seiner gigantischen Karriere nach Heidelberg äußert) und auch ohne einen Michael Kinski – Entschuldigung- Schneider.“
Es ist in Fachkreisen der Kontrabasswelt sicherlich kein Novum, dass meine Kollegen nach Jahren der musikalischen Wüste nun endlich einen kompetenten Solokkontrabassisten gefunden haben. Neben schlechtem Schreibstil ( ich habe auf meinen Webseiten nie für meine Kollegen formuliert ) ist also meine musikalische Inkompetenz hinter meinem Rücken ausführlichst verbreitet worden.
Meine Kritiker übersehen das Wesentliche: die Trennung von Yordan Kamdzhalov und dem Philharmonischen Orchester hätte Michael Schneider als erster durchgesetzt. Aber fair, ehrlich und wohlwollend.
Aber verlogen, heimlich und intrigant: ohne Michael Schneider, ohne Nicole Streichhardt und ein paar wenige andere aus dem Orchester.
Die Welle, Dogville, Theater und Film dokumentieren was hier in Heidelberg getan wurde. Wir spielten die Oper “ Jud Süss „. Aber wir spielten sie nur, der Inhalt ging uns sonstwo vorbei.

Eigentlich bin ich der Kamdzhalov-Hasserin Marianne Venzago sehr ähnlich: wir stehen beide zu unseren Überzeugungen. Michael Schneider stört nicht das andere. Michael Schneider stört der Lösungsweg. Eigene Probleme auf Kosten eines “ Opfers “ zu lösen, das kennen wir doch schon von Adolf Hitler und allen Faschisten dieser Welt. Das ist so aktuell und deswegen bleibt Yordan das Thema in Heidelberg, weil es deutschlandweit aktuell und ungelöst ist.
Nicht Yordan ist das Problem wir sind es. Wir haben die falschen Probleme. Die Wohlstandsprobleme unseres gemästeten Egoismus der ängstlichen Kleinlichkeit.

Heidelberger Faschismus am Theater und Orchester mit Holger Schultze und dem Philharmonischen Orchester.

Michael Schneider, der Laie in Faschismus Fragen wundert sich heute noch darüber, wie einfach und klar faschistoides Denken funktioniert.
Es war Anno 2012, eine öffentliche Generalprobe des Philharmonischen Orchesters Heidelberg mit seinem GMD Yordan Kamdzhalov.
Die Solobratscherin Marianne Venzago lästert öffentlich gegen den GMD. Irgendwann reicht es Michael Schneider, Solokontrabassist des Philharmonischen Orchesters.
Er ruft laut dazwischen, dass es nun genug sei, der Ton mache die Musik. Auch bei Marianne Venzago.
Reaktion? Ganz anders als normal? Denkt zumindest der gesunde ( ? ) Menschenverstand von Michael Schneider.
Der quasi Vorgesetzte, zumindest vorgeordnete Kontrabassist von Thomas Acker, damals noch Orchestervorstand, rügte mich daraufhin.
Michael Schneider dürfe vor Öffentlichkeit so nicht reden.
Erkennen Sie diese “ Denke „: wir (die Faschisten ? ) dürfen alles, aber dich beobachten wir sehr genau und haben immer ein offenes Ohr und Auge für deine “ Fehler „.
Na ja, die Folgen und die folgenden Mobbing-Jahre kann sich der Leser denken.
Faschismus in Deutschland ist Geschichte (!) denken wir.
Michael Schneider hat in der Folge den dann extra für den Rausschmiss von Yordan Kamdzhalov gewählten Orchestervorstand als quasi Nazi-Schlägertrupp bezeichnet.
Ein empörter Anruf eines Orchestervorstands folgte. Michael Schneider ergänzte den Vorwurf dahingehend: auf eurer To-Do-Liste fehlt nur noch der Todschlag.
Danach hatte sich weiterer Gesprächsbedarf erledigt.
Das ganze Prozedere wurde meinerseits noch verfeinert durch die von mir favorisierte Rabbath Technik. Die permanente Infragestellung meines Stellvertreters ( und Orchestervorstands ) durch easy-going lazy-eloquent Spieltechnik ist a priori eine Provokation. Und dann leistet sich der Solokontrabassist als Vorgesetzter seines Stellvertreters Thomas Acker auch noch die Liebe zu einem Yordan Kamdzhalov als seinem Verkünder des musikalischen Paradieses.
No Go Area für Thomas Acker und Gleichgesinnte.
Michael Schneider will keineswegs recht haben.
Faschismus steht für Michael Schneider für den Umgang mit anderen, besonders den anders Denkenden.
Das gesamte Theater und Orchester ( bis auf ganz wenige Ausnahmen ) hat sich nach dem Ionesco-Nashorn Prinzip verhalten.
Ionescos “ Nashörner „, mein Theater-Favorit:
Es entwickelt sich eine Mehrheit. Immer mehr folgen der wachsenden Mehrheit. Nur einer nicht. Der Haupt-Protagonist bleibt bei sich. Schlurig, verpennt, vielleicht ein Verlierer. Er leistet sich trotzdem den Luxus bei sich und damit vermutlich auch einsam, zumindest allein zu bleiben.
Michael Schneider gratuliert Yordan Kamdzhalov zu seiner liebevollen Einzigartigkeit für die Musik und die Menschen.

Das faschistoide Verhalten des Philharmonischen Orchesters Heidelberg und seines Intendanten Holger Schultze. Yordan Kamdzhalov, der Überlebende einer aktuellen Faschismusdebatte.

Holger Schultze, Intendant des Heidelberger Theaters, sowie das gesamte Philharmonische Orchester Heidelberg haben mit ihrem faschistoiden Verhalten den Rausschmiss des Generalmusikdirektors Yordan Kamdzhalov zu verantworten. Darüber hinaus hat der Intendant auch noch zu verantworten, dass die renommierteste Dirigenten Agentur Yordan Kamdzhalov hinausgeworfen hat.
Die gesamte Stadtverwaltung, sowie der Gemeinderat und der Oberbürgermeister haben in dieser Phase nach der Pfeife des Intendanten getanzt.
Michael Schneider wurde in der Folge des Öfteren gefragt, wo denn nun dieser Jahrhundert Dirigent geblieben sei ?
Meine Antwort darauf ist die folgende:
Franz Kafka wurde von Rowohlt nach dem Krieg entdeckt. Das war sozusagen sein Glück, darum ist er im Deutsch Unterricht allgegenwärtig. Es gibt aber noch jede Menge andere verbrannte Dichter, die quasi nie wieder einen Fuß auf den Boden des Deutschunterrichts gefunden haben, weil sie nicht wiederentdeckt wurden, sondern erfolgreich verbrannt wurden.
Dazu gehört zum Beispiel Leo Perutz, ein fantastischer Schriftsteller.
Mein Lieblingsspruch aus dem Roman: “ Der 100-jährige der aus dem Fenster sprang und verschwand „, das ist der Satz von Allan: es kommt wie es kommt, und so kommt es dann auch.
Am 28. November 2016 ist es soweit: Yordan Kamdzhalov tritt als Chefdirigent des Genesis Orchesters im Münchner Gasteig auf.
Hier hat er die Musiker gefunden, die bereit sind, seinen Ideen zu folgen.
Faschistoid: das ist das Verhalten eines Konzertmeisters, einer Solobratscherin und des damaligen Orchestervorstands, die mit ihrem respektlos menschenverachtenden Verhalten die Zerstörung einer Person und deren Familie in Kauf genommen haben um ihren blindwütigen Ressentiments freien Lauf zu lassen.
Michael Schneider schrieb im Herbst 2012 einen Hilferuf an den OB Dr. Würzner: Tun Sie etwas, hier ist ein Wohlstandskindergarten außer Kontrolle geraten.
Keine Reaktion, der Wohlstandskindergarten durfte sich weitere drei Monate lang austoben. Dann folgte ein weiteres Schreiben von Michael Schneider. Es folgte die Anweisung, dass das Problem intern zu lösen sei.
Der Rest ist bekannt.
In Goethe’s Faust steht zu lesen: ich bin die Kraft die stets das Böse will und doch das Gute schafft. Danken wir alle Holger Schultze, Thierry Stöckl, Marianne Venzago, Christoff Schlesinger und vielen anderen dass sie letztlich so Gutes bewirkt haben: das Wichtigste konnten sie Yordan Kamdzhalov nicht nehmen.
Der kreative Wille für Liebe und Wohlwollen zur Musik und den Menschen, das konnte Heidelberg ihm nicht austreiben.

https://www.gasteig.de/veranstaltungen/sinfoniekonzert-genesis-orchester.html,v41490

Die berühmte Breite Seite Sinsheim auf Tour. Die Willkommens-Kul-Tour in Musik, Wort und Tat. Heute am 8. Juli 2016 bei “ Lesen in der Lutherstrasse “ in Heidelberg Neuenheim.

IMG_7422
Dieser Auftritt mit den Djemben-Gambianern war von den Veranstaltern gefürchtet. Die Besucher der um den Marktplatz herum liegenden Cafés könnten durch das laute Trommeln gestört werden. Also lieber ein bisschen leiser und ein bisschen kürzer.
Das ist nun genau gar nicht das Programm dieser jungen begnadeten Musiker, die erst nach 60 Minuten richtig zu ihrer Höchstform auflaufen.
Damit dies an diesem Nachmittag trotzdem geschehen kann, sorgte Michael Schneider dafür, dass die Ankunft um 15:15 Uhr stattfand. Offizieller Beginn: 16 Uhr.
So gelang es uns, insgesamt eine einstündige Performance zu bieten.
Wir verraten hier gleich das Ende: Niemand ist weggelaufen, am Ende gab es grossen Dank der zufrieden-erleichterten Veranstalter.

IMG_7491
Was gelang noch?
Die Willkommens-Kul-Tour dieser Flüchtlinge bereichert unser Leben. Sie schenken uns etwas von dem wir “ Deutschen “ noch nicht einmal träumen. Die Kraft des natürlichen Impetus müssen sie nicht erst in der Musikschule mühsam erlernen. Sie kommen damit auf die Welt. Wenn sie 20 Jahre alt sind, dann haben sie 20 Jahre Musik gemacht.
Sie haben keine Vision – sie leben sie, sie sind es selbst.
Das ist die Herausforderung für uns deutsche Gastgeber: wollen wir die drögen Deutschen sein – oder noch schlimmer: bleiben? – die als Erben des verblödeten reinrassigen Denkens der Nazis dies latent weiter zelebrieren wollen?

IMG_7442

Carl Zuckmayer: Des Teufels General.
Hier klärt General Harass einen deutschen Offizier darüber auf was Deutsch ist:
Deutsch ist die Mischung aller Völker die einstmals durch Germanien gezogen sind: Römer, Vikinger, Hunnen, die Inder…………!
Alle sind hiergeblieben und haben sich hier mit den Germanen vermischt.
Das ist deutsch.
Mein Gott, sind die Nazis blöd gewesen. Mein Gott, wie blöd ist die deutsche Bundesregierung?
Ein wichtiger Satz von Psychologen: Da wo die Angst ist, da geht es lang.
Wollen wir uns weiter entwickeln oder uns doch lieber für einen Deutschen mentalen Inzest entscheiden? Die Weichen sind faktisch schon gestellt, nur unser Denken kommt da nicht mit.
Eine braune Sosse gibt es billig in der Maggi Tüte. À la Siebeck braucht es etwas mehr Verstand und Geduld.

IMG_7477

IMG_7490


Klicken Sie auf die Photos um sie zu vergrössern.