Zum dreijährigen Jubiläum der Konzertreihe “ Querklang am Berghang “ widmete der Querklang einen der drei Jubiläumsabende der Heidelberger Komponistin Olga Magidenko.

Zum dreijährigen Jubiläum der Konzertreihe “ Querklang am Berghang “ widmete der Querklang einen der drei Jubiläumsabende der Heidelberger Komponistin Olga Magidenko.
Veröffentlicht am 15.10.2015
Olga Magidenko – „Zwei Essay“ op. 15 für Klarinette, Violoncello und Kontrabass (1982) in Portrait – Konzert am 10. 10. 2015 in Schlierbacher Evangelische Bergkirche
Interpreten: Claus Rosenfelder – Klarinette, Michael Schneider – Violoncello, Walter Pfundstein – Kontrabasse
Veröffentlicht am 15.10.2015
Olga Magidenko. Spagnolo op. 21 für Kontrabass solo
in Portrait – Konzert am 10. 10. 2015 in Schlierbacher Evangelische Bergkirche
Solist – Michael Schneider
Es bereitet dem Solokontrabassisten Michael Schneider immer wieder grosse Freude, wenn die Gäste im Querklang am Berghang mit ihm persönlich in einen Dialog treten.
( Viermal im Jahr, alle drei Monate gestaltet er gemeinsam mit arkestra convolt die Konzerte. Die übrigen acht Konzerte gestaltet er mit wechselnden Ensembles und Gästen.)
Im April 2016 spielt er als Ensemblemitglied von arkestra convolt. Aus der Sicht des Cellisten Michael Schneider ist es jedoch immer noch etwas ganz besonders, mit so einem “ Longhorn “ Spezialisten wie Stephan Kirsch in einen neuen musikalischen Dialog zu treten. Mal um gemeinsam über Johann Sebastian Bach zu improvisieren, ebenso wie in freier Improvisation.
Bernhard Helpenstein schreibt auf seiner Verlagsseite:
“ Die PONTICELLO Edition wurde 2009 gegründet. Ziel dieses neuen Musikverlages ist es, interessante Streicherliteratur im Allgemeinen und Literatur für das Violoncello im Besonderen in vorbildlichen Ausgaben herauszugeben.
Einen ersten Schwerpunkt setzt die Edition mit der Herausgabe einiger Werke des amerikanischen Jazz-Cellisten Mark Summer, Mitbegründer des Turtle Island Quartet. Als erstes Werk erschien im Januar 2010 das Solostück für Violoncello Julie-O.“
Im Sommer 2014 kündigte ich auf dieser Seite an, dass ich “ Juli-O “ von Mark Summer im Querklang spielen werde. Daraufhin setzte sich Bernhard Helpenstein mit mir in Verbindung und empfahl mir ein weiteres Stück von Susanne Paul: “ Just Doodling “ für Violoncello Solo. Dann schickte er mir auch gleich die Noten. Dafür bin ich ihm immer noch und immer wieder sehr dankbar. Und wissen Sie, möchten Sie wissen wer noch dankbarer dafür ist ? Meine Frau !!! Immer wenn ich dieses Stück spiele, dann kommt sie begeistert und wiederholt immer wieder diesen Satz: “ Was für eine wunderschöne Musik, die gefällt mir am besten. “
Im übrigen bin ich immer noch sehr hungrig. Ich verhungere nicht und bin keineswegs unzufrieden. Aber durch den Hinweis auf Susanne Paul machte mich Bernhard Helpenstein auch mit seinen anderen Veröffentlichungen bekannt. Und ab und zu habe ich hier die wunderbare Gelegenheit, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die anderes wissen, die sogar auch etwas besser und mehr wissen als ich.

Mark Summer’s “ Juli-O “ sowie “ Just Doodling “ von Susanne Paul, beides Stücke für Violoncello Solo, sind seit ihrer Veröffentlichung nicht nur als Noten verfügbar ( Bernhard Helpenstein, Ponticello Verlag ), sondern auch auf Youtube in schier endlosen Darbietungen zu bewundern.
In den 1970er Jahren bewirkten der Kontrabassist Claus Stoll und der Cellist Jörg Baumann von den Berliner Philharmonikern einen sensationellen Hype für die Duo-Besetzung Cello-Kontrabass. Viele neue und moderne Stücke entstanden. So auch die Paraphrase von Paul Heinz Dittrich auf das wohl berühmteste Duo für diese Besetzung von Gioachino Rossini.
1961 komponierte David Loeb das Duo für Violoncello und Kontrabass, auf das ich seit Beginn meines Studiums durch Alfred Planyavsky ( Geschichte des Kontrabasses ) aufmerksam wurde. Auch das Duo der Berliner Philharmoniker kann nicht alle Duo-Werke kennen und sichten. Trotzdem erstaunt es mich, dass dieses mit mir sehr oft erfolgreich aufgeführte Stück nicht seinen Weg zur Berühmtheit gefunden hat. Mit Erfolg meine ich hier insbesondere, dass jede Art von Publikum diese Musik verstand. Ebenso rar stellt sich die Musik von David Loeb auf Youtube dar. Einzig sein Gitarren Trio “ Between Sea and Sky „ ist dort zu finden.
Ich habe inzwischen viel über diverse Kompositionen David Loeb’s geschrieben und möchte an dieser Stelle den Lesern einen optischen Eindruck seiner Schreibweise vermitteln. Hier das fünfte der “ Five Nocturnes „.
Wikipedia über David Loeb:
“ David Loeb (born May 1, 1939) is an American composer of contemporary classical music. Born in New York City, he has written extensively for early music instruments such as the viol, as well as instruments from China and Japan. He teaches at the Mannes College The New School for Music, and has additionally served as a member of the composition faculty at the Curtis Institute of Music. He is Jewish. „
Hier eine Leseprobe von Yasmina El-Boazzati:
“ Ich war schon so oft kurz davor einfach alles hinzuschmeißen und einfach aufzugeben… Ich wollte wirklich einfach weg von ihr , von alldem Stress und den Leuten.. Doch es hat mich immer etwas abgehalten. Ich weiß nicht ob es gut oder nicht gut ist, weil ich nicht weiß was dann passiert wäre… Wenn ich einfach gegangen wäre einfach weg ohne etwas zu sagen. Hätte sich jemand Sorgen gemacht ? Hätte mich jemand vermisst? Hätte es überhaupt jemand gemerkt ? Doch ich wollte nicht weg um zu wissen ob mich jemand vermisst oder jemand es gemerkt hätte.. Sondern einfach um einen freien Kopf zu bekommen. Einfach frei zu sein und an nichts zu denken. Aber geht das überhaupt ? An nichts denken ? Ich glaube nicht, weil an dem Versuch an nichts zu denken denkst du ja daran an nichts zu denken. Dieser Gedanke fasziniert mich weil es einfach unmöglich ist. Ich habe oft versucht an nichts zu denken und mir einen schwarzen Raum vorgestellt aber dann hab ich ja wieder an einen schwarzen Raum gedacht…….. Vielleicht denkt man auch ab und zu an nichts aber merkt es nicht ? Fragen Sie sich mal: haben Sie irgendwann mal an nichts gedacht ? Einfach Leere?
Also wenn man sagt, man will den Kopf frei kriegen, dann will man einfach nicht an das denken an das man grade denkt, weil man den Kopf eigentlich nie frei bekommt.“

Walter Pfundstein hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr eloquenten Kontrabassisten entwickelt. Er ist einer der Wenigen der verstanden hat, dass ein, also: sein Kontrabasspart ein Ereignis für den Zuhörer sein muss, eine klangliche Offenbarung, damit seine Soli und sein Fundament sich dem Zuhörer als “ Ereignis “ erschliessen.

Ur I rito ist ein halbstündiges Werk für Kontrabass Solo. Im wahrsten Sinne des Wortes: sehr neue Musik. Das Stück besteht im wesentlichen aus Flageolett Tönen und deren Doppelgriffen. Als Varianten gibt es gegriffene Töne zu denen sich alle auf den Nachbarsaiten erreichbaren Flageoletts drum herum gesellen.
In der Notation sieht dieses dreissig minütige Werk rhythmisch sehr kompliziert aus und ist beim Einstudieren ganz sicher kein Zuckerschlecken. Für den Zuhörer stellt sich diese Kompliziertheit als rhythmisch freie Musik dar, bzw. es ist nicht erkennbar, welcher und ob überhaupt ein Rhythmus gemeint ist. Insbesondere im Nachhinein bei einem Blick in die Noten. Das ist sicherlich bei Klang Musik auch gar nicht so wichtig.
Der Solist Dario Calderone las die Musik übrigens von einem iPad ab, das ihm fortlaufend die Noten scrollte. Dies war auch das besondere Problem des Zuhörers Michael Schneider. Der Blick des Solisten war 30 Minuten fokussiert auf den relativ kleinen Bildschirm des iPads.
Ich erinnere mich an Konzerte und Kurse mit Fernando Grillo, der sämtliche Werke auswendig spielte. Vergleich: ein Werk wie “ Itesi “ ist in einer acht stimmigen Partitur notiert. Dabei handelt es sich um ein Werk für Kontrabass Solo. Faszinierend war bei Grillo, dass er jeden Oberton, jedes künstliche Flageolett jederzeit haargenau wiederholen konnte. Dabei wirkten seine Aufführungen nie akademisch oder die Musik konstruiert und das lag zum größten Teil auch daran, dass er auswendig spielte und daher sozusagen „Lesefreiheit “ hatte.
Zurück zu Dario Calderone: das konzentrierte Starren auf den kleinen Bildschirm nahm dem Hörer das optische Spielvergnügen. Da fehlte eine Dimension. So galt der Respekt und die Bewunderung in erster Linie dem Fleiß des Solisten. Schön ist es bei Eklat dass auch nach diesem Konzert der Komponist anwesend war und sich nach der Aufführung dem Publikum zeigte.
Nether City ist eine Erzählung über die in städtischen Slums hängen gebliebenen Menschen, verdorben und beraubt und in den Slums gefangen. In “ Nether City “ geht das Leben seinen Weg nach ganz eigenen Gesetzen.
Sie kennen alle George Orwell’s Roman “ 1984 “ oder “ Wir “ von Jewgenij Samjatin von 1920, ebenso wie Aldous Huxley’s “ Schöne Neue Welt „.
Die Menschen in dieser Erzählung leben wie die Protagonisten der erwähnten Romane in einer Situation der sie nicht mehr entrinnen können. Die Menschen in dieser Geschichte formen die architektonischen Muster der Musik. Jeder der Musiker wird so zum Voyeur, Teilnehmer und Kommentator dieser dunklen Seite des Lebens.
Im Zentrum dieses Konzertes steht am 12. Februar: Slum settings für Sprecher und das Post-Classical-Impro-Ensemble
John Voigt zur Zeit der Entstehung von Nether City:

John Voigt, wie Sie ihn heute erleben würden ? ….können ! Wenn Sie wollen !
Die Photos habe ich der folgenden Webseite entnommen:http://art-energy.org/johnmusician.html