Konzerte 2019 in der Bergkirche Schlierbach im “ Querklang am Berghang „

Konzerte 2019 in der Bergkirche Schlierbach

Freitag – 22.2.2019 – 20.00 Uhr

Salome Schneider spielt Dvorak, Schumann. Zwei Cello Konzerte sowie Perlen der Romantik für Cello und Gitarre von Frédéric Burgmüller.

Sonntag – 24.3.2019 – 19.00 Uhr

Klezmer Musik in der Bergkirche mit Vagabondoj – Frankfurt.

Freitag – 19.4.2019 – 20.00 Uhr

Stummfilm mit Life Musik in der Bergkirche Schlierbach.

Samstag – 4.5.2019 – 19.00 Uhr

Lyrik-Kontra-Bass: Stefan Hölscher und Michael Schneider spielen und rezitieren über die Liebe. Die Liebe zur Musik sowie die Musik in der Liebe.

Freitag – 10.5.2019 – 20.00 Uhr

Olga Magidenko`s Oper „Was ist das Leben “ in einer konzertanten Aufführung. Für Sprecherin und Orchester-Trio.

Freitag – 14.6.2019 – 20.00 Uhr

Regina Keil-Sagawe, Heidelberg- Cécile Oumhani, Paris präsentieren Geschichten aus dem Maghreb, Geschichten wie aus 10001 Nacht. Musikalisch umrahmt vom Trio Furioso Classico mit arabisch orientalischer Musik.

Freitag – 19.7.2019 – 20.00 Uhr

Tango in der Schlierbacher Bergkirche. Bandoneon mit Streichquintett und vieles mehr.

Freitag – 21.9.2019 – 20.00 Uhr

Michael Wohlfahrt, ehemaliger Pfarrer in der DDR, Schriftsteller und lebende Geschichte, liest aus seinen Werken. Michael Schneider kommentiert instrumental die Zeitgeschichte.

Freitag – 18.10.2019 – 20.00 Uhr

Max Reger in der Bergkirche Schlierbach – Felix Schönfeld spielt die drei Reger Suiten für Violoncello Solo, sowie im Duo mit seinem Saxophon Partner.

Freitag – 15.11.2019 – 20.00 Uhr

Mélange à deux – Karlsruhe. Oboe-Akkordeon-Kontrabass. Seltene, nie gehörte Klänge betören alle Sinne.

Samstag – 21.12.2019 – 19.00 Uhr

Weihnachten in der Bergkirche – musikalische Weihnachtsfeier mit Meike Lu Schneider-Violine, Salome Schneider-Violoncello und Michael Schneider-Gitarre

Neues Jahr und neues Glück. Wieder biete ich Neugierigen Workshops zur Rabbath Technik auf dem Cello und dem Kontrabass an. EinTag oder auch Tage die Ihr Leben ziemlich radikal verändern können.

1991: Ein Besuch bei Francois Rabbath und seine Folgen krempelten mein Leben total um. Musikalisch in jeder Hinsicht. Die neue – französische – Bogenhaltung erinnerte mich sofort an das Buch von Alfred Herriegel “ Zen in der Kunst des Bogenschiessens „. Auch Karlfried Graf Dürckheim war bei einem Zenmeister in Japan um das Bogenschiessen zu erlernen. Der antroposophische Philosoph lernte in erster Linie, dass das Lernen nie aufhört. Das wissen wir alle, das scheint eine banale Binsenweisheit zu sein. Stimmt genau, aber dieser Gedanke ist erst der Anfang weitreichender Konsequenzen für meine Haltung zu/auf/an meinen Instrumenten.

Damit stehe ich immer am Anfang eines weiterführenden Weges. Das entspricht genau der Weisheit meines Vaters, der mir immer wieder sagte: “ Suche dir immer bessere Leute, dann kannst du immer etwas hinzu lernen „.

Diese Einstellung hilft mir beim Unterrichten, mich auf die Sicht des Lernenden zu stellen und mit ihm/ für ihn auf die Suche zu gehen. Wenn nach vorne alles offen ist, dann werde ich nie darauf bestehen, dass es so sein muss wie ich es sage.

Wie in “ Zen in der Kunst des Bogenschiessens “ muss sich der Lernende trotzdem zunächst dem Zen Meister unterwerfen um später selbst zum Zenmeister werden zu können. Ist das zu kompliziert ? Dazu ein Beispiel aus unserer aktuellen Lebenserfahrung: Meine Kinder haben lange Zeit am Computer Autorennen gespielt. Sie waren alle darin sehr geschickt, bewegten die Maus weitgehend so, wie das Computerspiel es verlangte. Nur wer sich den Vorgaben des Spiels perfekt unterwarf, wer also nicht besserwisserisch mit der Maus gegen das Spiel hantierte – der gewann.

Der Weg zu einer guten Bogentechnik erfordert die gleiche Unterwerfung. Nur wer bereit ist zu lernen, den Bogen nicht mehr zu stören, der wird der Meister über den Meister-Bogen werden. Die Film Trilogie “ Matrix “ bearbeitet diesen philosophischen Gedanken sehr brillant.

Ein Workshop in “ Rabbath Technik “ schickt Lernende selbstverständlich nicht als Zen Meister nach Hause. Aber theoretische Grundlagen helfen, die geweckte Sehnsucht in die Tat um zu setzten. Üben muss jeder selbst, auch einem Kind kann niemand zeigen, wie Laufen geht. Wenn die Muskeln beim Kind – wie beim Bogen-spielen-schiessen – durch Versuch und Irrtum ausreichend gewachsen sind, dann kann Kind wie Lernender die Balance finden.

Herzlich willkommen im neuen Jahr mit neuen Workshops und Entdeckungen auf der Reise durch die Musik und das Leben.

Rabbath Technik : Virtuosität für jeden – schon ab dem ersten Ton. Eine andere Vision von Musik und ihr “ Spielen “ als Gegensatz zu : Arbeit.

Eine Cello Schülerin aus Sizilien hat nun drei Jahre bei mir Unterricht. Davor hatte sie einige Stunden bei einem Freund ihren Alters, aber cellomässig von junger Jugend an unterwegs.
Jedes Jahr in der Sommersemester Pause fährt sie zurück nach Sizilien. Letztes Jahr fragte sie dieser Freund und Ex-Lehrer, wie sie die Lagen findet – also im geographischen Sinn, nicht den Geschmack betreffend. Der wusste inzwischen, dass auch sie die Lagen nach der Idee von Rabbath einteilt. Vor einem Jahr konnte sie es ihm nur zeigen aber nicht erklären.
In diesem Sommer sieht es anders aus: Die kommende Begegnung wird ein Treffen unter Kollegen, ihr ehemaliger Lehrer wird von ihr einige Lektionen erhalten.
Rechts hat diese Cellistin inzwischen eine weiche geschmeidige Bogenhand und sie und ihr Heidelberger Lehrer sind gespannt, ob das in Sizilien bemerkt wird.

Michael Schneider hat oft auf dieser Seite von den vielen Anfeindungen im Heidelberger Orchester berichtet.
„ Bleib doch bei uns, verlass uns nicht „ – war eine noch sehr freundliche Formulierung.
Professor Hoffmann aus Karlsruhe konnte die andere Bogenhaltung und die Rabbath Technik für die linke Hand überhaupt nicht ausstehen.
Vier Jahre waren vergangen seit ich bei Rabbath ein neues Studium begonnen hatte, da sass ich mit Professor Hoffmann an einem Pult und ungefragt kommentierte er nach dem Konzert: Das stimmt was du da machst, das überzeugt.
Ein zweiter „ Feind „ kam zu der gleichen Erkenntnis. Mannheimer Nationaltheater, wir beide wieder an einem Pult. Den Rest können Sie sich denken.

Meine Glückseligkeit mit der Rabbath Technik führte in meiner Philharmonischen Tätigkeit zu absurden Situationen.
Meine dünnen Saiten, meine tiefe Saitenlage ermöglichen mir, an jeder Stelle meines Instruments zu spielen. Auch in hohen Lagen auf den tiefen Saiten.
Nach einem Konzert kommt jemand aus dem Publikum zu mir – mein Stellvertreter steht gerade neben mir – und fragt, ob ich eine andere Stimme spiele als meine Kollegen. Wäre ich mein Stellvertreter, ich würde in Grund und Boden versinken.
Aber – meine – weise Antwort: Viele Wege führen nach Rom.

SAP Orchester mit Konzert: Eine bulgarische Kontrabassistin spielt neben mir und schwärmt mir vor, wie toll sie es findet, dass ich Rabbath Technik spiele. Sie hat auch so angefangen, aber Professor Schmidt zwang sie umzusteigen.
Erstens: Er kann nur Deutsch.
Zweitens: Mit Rabbath – rechts oder links – bekommt man in Deutschland keine Stelle.

Cornelia Bielefeldt, die Muse des Projekts “ Ayre “ von Osvaldo Golijov. Die Musik spricht für sich selbst. Cornelia Bielefeldt spricht in Ihre Seele.

Braucht Musik einen Übersetzer? Nein, die Moldau hört jeder und die Forelle ist auch bildlich hörbar. Solche Assoziationen sind empirisch erforscht.
Aber Zusammenhänge sind nicht hörbar. Dafür braucht es einen Übersetzer. So lernt jeder Musiker während seiner Ausbildung etwas über historisch-musikalische Zusammenhänge. Dieses Wissen ist uns, den Ausführenden bekannt und vertraut. Allzu oft vergisst Michael Schneider, das Publikum dort abzuholen wo es wirklich ist. Dann jagt ein Stück das andere.

Das Osvaldo Golijov Projekt ist dem Ensemble “ arkestra convolt “ so wichtig, dass wir eine hochkarätige “ Fachfrau “ für klare Aussprache und körperliche Deutlichkeit gebeten haben, uns, nein dem Publikum beim Verstehen dieses einzigartigen Zyklus behilflich zu sein.

Cornelia Bielefeldt 1

Cornelia Bielefeldt ist alles. Studierte Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin in einem und in allem. In allem hat sie ihre Begeisterung am Leben erhalten.
Am 14.Juli 2017 um 20 Uhr wird sie dazu beitragen, die wunderbare Musik und den grenzenlosen Raum der musikalischen Assoziationen von Osvaldo Golijov Ihnen näher zu bringen.

Der Profi zu Besuch. Musikunterricht als perfektes Medium für schnelles Deutschlernen. Klare Aussprache inbegriffen.

Musik ist Melodie und Rhythmus.
Sprache ist Text – denkt man.
Sprache ist Melodie und lebt wie die Musik von Akzenten, Sprachmelodie und besonders von Pausen.
Das Verstehen dieser Bausteine erschliesst sich den Sprachschülern aus Gambia, Somalia, Eritrea und Guinea sobald sie die Melodie können. Dann fühlen sie geradezu, dass die Sprache rhythmisch dazu passen muss.
Michael Schneider klopft den Beat dazu, die ganze Gruppe lernt so, sich einem gemeinsamen – zunächst: Tempo – dann Rhythmus anzuschliessen.
Bei allem ist wichtig: sei hemmungslos. Sprich falsch aber laut. Blamier dich, zeige allen dass du es noch nicht kannst. Nur so können die Lehrer das vereinte Afrika verbessern und noch wichtiger: niemand übt stumm auf seinem Instrument.
Hier im Patrick Henry Village wird der Körper zum Instrument.
Gleichzeitig lernen alle, den anderen zu respektieren und bewusst wahrzunehmen: alle hören gemeinsam zu.
Alle stehen unter wohlwollender Kontrolle, abschweifen oder handyarbeiten: No Go.
Ist jetzt jemand beleidigt oder fühlt sich unterdrückt?
Ich fürchte nein. Alle schweben mit Handküssen davon.
Und : Alle fünf Strophen von “ Grün grün grün ….. “ können sie klar und deutlich sprechen und singen.
Lerndauer: 60 Minuten.
Wären wir Deutschen im umgekehrten Fall auch so fit ?

Wenn es das schon gibt, dann habe ich es gerade neu erfunden. Es war mir nicht bekannt.
Ein Beweis dafür, dass, was einmal auf der Welt gedacht wurde nicht mehr wegzudenken ist.
Meine Betreuerin vom DRK war heute dabei und schrieb mir nach dem Unterricht: „ Es war richtig toll. Man merkt richtig, wie sich die Bewohner darüber freuen mit euch Musikunterricht zu machen „.
Wann der nächste Abschied kommt, für Flüchtlinge wie Ehrenamtliche – wir alle wissen es nicht. Aber diese lückenlose Nähe und die abschiedlichen Handküsse sind Balsam für die Seele. Wir, die Ehrenamtlichen können nur hoffen dass alle „ unsere „ sich so lustvoll Blamierenden in ihrem möglichen Elend an „ Trari Trara „ und „ Grün grün grün „ erinnern, daran, dass es in diesem fremdenfeindlichen Europa auch andere gibt.
Die nächste Träne ist leider schon nah, sehr nah. Seit einem Jahr schliesse ich Menschen und ihre Schicksale in mein Herz.
Und was machen die Flüchtlinge ? Sie lieben uns, Annette und Michael Schneider an jedem Mittwoch wegen Hingabe, so als könnten wir es vollenden. Eine Illusion, eine Schimäre angesichts AFD, CSU und Donald Trump.

Paulina Tyszka singt Bach – der Solocellist Michael Schneider spielt drei originale Bachsuiten. Wir nennen es: Play Bach – wie Jacques Loussier.

Am 2. Juni 2017 ist es endlich soweit. Paulina Tyszka singt Bach, interpretiert, improvisiert und erfindet neu, was Bach in die Musik gelegt hat. Bach selbst war ein grossartiger Improvisator. Als er in Weimar weilte kam jemand “ Fürstliches “ auf die Idee, dass Bach abends mit einem französischen Orgelvirtuosen einen Impro-Wettbewerb bestreiten sollte.
Der Virtuose stimmte zu, hatte abends aber schon das Weite gesucht.

Freitag, den 2. Juni um 20 Uhr in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach.
Samstag, den 3. Juni um 10.30 Uhr in der Stiftskirche Mosbach in “ Musik zur Marktzeit „.

Michael Schneider ist süchtig nach der Gesangs- und Improvisationskunst von Paulina Tyszka. Das ist für mich “ historisch informierte Aufführungspraxis „. ( Dies sind für mich die schrecklichsten Worte, die ich seit Jahren beim Hören von SWR2 ertragen muss, so arrogant theoretisch. Und die sogenannten Fachleute diskriminieren mich und meine Spielweise mit jedem ihrer historischen Ansprüche ).
Ausser: Felice Venanzoni, das ist ein “ Barock-Historisch-Original “ Vertreter der vehement-lebendigen Spielkultur. In einem Spielfilm formulierte die Protagonistin ihre Meinung über eine Weinrebe so: “ Die hat Arsch und Titten „.
So macht Felice Venanzoni Barock Musik. Das heisst: heftig.
Das erleben Sie mit Paulina’s Gesang im Dialog mit der Cello Musik von Johann Sebastian Bach.

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Die 13. Bachsuite von Olga Magidenko. Noch gibt es sie nicht. Aber diese Komponistin will es wissen. Weiss sie mehr als wir, die Musiker und mehr als alle Musikwissenschaftler ?

Haben wir etwas verpasst ? Hat Bach noch viel mehr Cello Suiten komponiert als wir bisher wussten?
Darum geht es hier: hat die Musikwissenschaft geschlafen?
Deutschlands schlechtester Solokontrabassist – aus der Sicht seiner ehemaligen Kollegen vom Philharmonischen Orchester Heidelberg – lässt sich durch Borniertheit nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Dann spielt er eben Cello, Kontrabass auch noch und auch auf dem Bass weiterhin Uraufführungen.
Aber jetzt kommt die Zeit der Musik für das Cello. Eine Bachsuite von Olga Magidenko ist komponiert und Michael Schneider steht in der Pflicht und übt – Cello.
Da steht schon eine weitere Uraufführung im Raum: Die 13. Cellosuite.
Wie kommt die Komponistin Olga Magidenko auf die magische Zahl dreizehn ?

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“ Ich will die 13. Bachsuite komponieren “ sprach Olga und Michael Schneider wunderte sich ? 13 ? Wieso ?
Das war meine eigene Rechnung: 6 von Bach, 3 von Reger, 2 von Britten, 1 von Magidenko. Das macht zusammen: 12.
Ergo: Die zweite Suite für Cello Solo von Olga Magidenko ist dann die 13.
Olga weiss auch noch mehr: Die Uraufführung soll an einem Freitag den 13 stattfinden.
Hilfe, wann ist der nächste 13. ein Freitag ? Soviel kann Michael Schneider nicht üben. Er braucht dringend einen Assistenten.

Olga Magidenko , ihre Komposition “ Erinnerung “ für Harfe, Violoncello und Kontrabass. Die Kulmination Neuer Musik auf unendlich vielen Saiten. Zählen Sie mit am Freitag den 12. Mai 2017 um 20 Uhr in der Bergkirche Schlierbach.

Wie ? Sie wissen nicht, wie viele Saiten eine Harfe, Cello und Kontrabass zusammen haben ?
Ich weiss es auch nicht. Kommen Sie in die Evangelische Bergkirche am Freitag den 12. Mai 2017 um 20 Uhr und zählen Sie nach. Mal wieder bis hundert zählen. Wann haben Sie das zuletzt geschafft ?
N.B.: Im PHV bei den Flüchtlingen wäre das eine grosse Leistung.
Ramona Römer ist die Solistin in diesem Lieblingswerk der Komponistin Olga Magidenko.
Das richtige Solo für Ramona Römer beginnt aber mit der Harfensonate von Olga Magidenko.

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Geniessen Sie die Begeisterung dieser jungen Harfenistin: Andere haben sich bedankt für die Ehre, diese Werke aufführen zu dürfen, verweigerten aber den Übeaufwand. Ohne Üben geht es besonders bei Olga Magidenko nicht.

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Olga erklärt ihre Musik ( siehe Beweisphoto ) und die Harfenistin Ramona weiss zu schätzen, was selten vorkommt: Eine Komponistin weiss ganz genau, was sie will und was sie wie geschrieben hat.
Wir, die anderen Mitspieler geniessen die Ehre aus allererster Hand die Intentionen der Komponistin zu erfahren.
Die anderen Musiker sind:
Dr. Shamali Sen, Sprecher
Claus Rosenfelder, Klarinette
Michael Schneider, Violoncello, Gitarre
Walter Pfundstein, Kontrabass

Die „ Bachsuite „ von Olga Magidenko. Ein Jahrhundertwerk der Cello Literatur. Michael Schneider, der Solocellist schlägt sie schon für das Bundesverdienstkreuz vor. Konzert zu Ehren dieser mutigen Frau am 12. Mai 2017 um 20 Uhr im Querklang am Berghang.

Die Idee zu einem Vorwort zu jeder einzelnen Bachsuite, die stammt nicht von Michael Schneider.
Jean-Guihen Queyras hatte die Idee, für jede der sechs Cellosuiten von Johann Sebastian Bach einen Komponisten um ein musikalisches Vorwort zu bitten.
Michael Schneider wollte das kopieren. Er begann bei Uli Johannes Kieckbusch, der keine Zeit hatte.
Olga Magidenko setzte diese Anfrage sofort in die Tat um. Daraus entstand eine komplette Bachsuite, die auch diesen Namen trägt. Inspiriert, aber nicht kopiert nach der ersten Cello Suite.
Die Uraufführung steht noch aus.
Seit 2012 setzt sich Michael Schneider aktiv für die Kammermusik dieser genialen Komponistin ein. Kammermusikalisch gibt es viele Verehrer und Mitstreiter, die ohne Wenn-und-aber ihre Musik vertreten.
Alle Versuche, die Sinfonien dieser Komponistin beim Philharmonischen Orchester Heidelberg zur Aufführung zu bringen , die scheiterten an der bekannt-üblichen Arroganz der Theater: Anregungen von Musikern? Die können nicht gut sein. Bessere Ideen von anderen ? Das geht gegen den Egomanismus der Intendanten und Konzertdramaturgen. Der GMD hat dann auch noch ein Wort mit zu reden.

Olga Magidenko ist der vital-lebende Beweis einer authentisch modernen Musik. Intensiv, kraftvoll, so erlebt Michael Schneider ihre Musik. Das Schweigen des Publikums nach einer Aufführung ist der „ redselige „ Beweis der Treffsicherheit ihrer intensiven Musik.
Auf Youtube gibt es unter „ Olga Magidenko „ viele Zeugnisse ihrer musikalischen Kraft.
Aber Propheten gelten nichts im eigenen Land, das ist ist auch in Heidelberg nicht neu.
Solange aufsteigende Projekte nichts besseres haben, solange ist „ Örtliches „ gern gesehen. Wird es besser, teurer !!! und international, dann gibt es Qualität nur noch in der Welt, aber nicht mehr vor Ort. Der Heidelberger Frühling hat die Vernachlässigung zu diesem Theme wesentlich mit zu verantworten, trotz aller grossen Worte die anderes suggerieren.
Thorsten Schmidt ist inzwischen „ Intendant „ des Heidelberger Frühlings. Michael Schneider hat noch erlebt, wie er als Mitarbeiter des damaligen GMD Thomas Kalb plötzlich den „ Frühling „ übernommen hat. Das klingt nach Schach, bei dem einige Züge übersprungen werden. Eigentlich ein Grund zur Disqualifizierung. Aber Heidelberg ist dem Faschismus und der Vetternwirtschaft immer noch sehr verbunden.

Johann Sebastian Bach – der Ewige nach Gott und dem Universum. Das Menuett II der ersten Cello Suite: Die genialste Etüde für Anfänger in der ersten Cello Stunde um das Pivot und den Krabbengang zu lernen. Ergo: Unterricht bei Michael Schneider.

Etüden? Wofür ?
Michael Schneider bevorzugt Musik. Die Musik von Johann Sebastian Bach. Sie hat mich fünfzig Jahre begleitet, ist nie langweilig oder schlecht geworden.
Heute, in einer Unterrichtsstunde wurde mir klar: Wofür Etüden schreiben ? Seitenlang, endlos und schwierig, oft changierend zwischen vielen Tonarten, immer das gleiche Problem wiederholend mit suggerierender Wichtigkeit. “ Arbeitsbeschaffung “ – nenne ich das. Vollbeschäftigung um das Erlernen des Cellos schwer zu machen. So wie Klavierlehrer in vielen Generationen die Fingersätze auf dem Klavier sinnlos unsinnig und schwer gemacht haben um bürgerlichen Töchtern den Erfolg zu verweigern. So kommen mir die meterdicken Etüden vor. Für Cello und Kontrabass. Jetzt gibt es ein Heilmittel: Die Rabbath Technik. Aber so wie die Pharmaindustrie alternative Medizin blockiert und bekämpft, so sind auch die Musikpädagogen konservativ eingestellt: Bach als Etüde und Musik ? Das ist ein Sakrileg. Aber nicht für den Schüler: Sofort ein Konzertmeister, aber mindestens Kammermusiker ab der ersten Stunde.
Im Kontrabass Unterricht haben mich immer wieder angehende Pubertisten gefragt: “ Diese Etüden sind so langweilig, gibt es nichts besseres ? “ Das waren noch die Unterrichts Zeiten mit Simandl auf dem Kontrabass. Beim Cello gähnte es mir ähnlich entgegen.
Mit Bach sind Lehrer wie Schüler permanent bester Laune.
Jetzt sind wir beim Titel angekommen: Johann Sebastian Bach und das zweite Menuett der G-Dur Suite.

Dieses Menuett ist eine Etüde par excellance um den Wechsel zwischen erster und gewöhnlicher Lage zu lernen/üben. Mit dem Pivot und dem Krabbengang.

Jetzt steht Michael Schneider wieder hier in seinem Gehirn herum und überlegt, wie er in Worten beschreiben kann, was der persönliche Unterricht klar vor Augen führt.

Ein – weiterer – Versuch:
Das Pivot bezeichnet die Lagenwechsel-Verweigerung – auf Deutsch: Faulheit sich zu bewegen. Das Ziel ist aber nicht die Faulheit, sondern die elegante Treffsicherheit ohne den Handkantenschlag eines Lagenwechsels. Statt Lagenwechsel also eine gleitend-fliegende Bewegung die den an seiner Position verbleibenden Daumen als Drehpunkt benutzt. Der Daumen bleibt, während die Hand ohne Verspannung dorthin geflogen !!! wird wo der entsprechende Finger landen soll.
Ein Sprung vom Es zum D auf der D-Saite wird somit nicht mit einem weiten Griff ausgeführt – der unweigerlich die Verspannung der linken Hand folgt – sondern die Hand bleibt so entspannt wie sie sich in der ersten Lage für vier Halbtöne verhält. Dann wird vom Es die Hand ohne Veränderung einen halben Ton auf das G geschoben. Dabei ist immer der jeweilige Finger der den neuen Ton greifen soll in der Luft und fliegt wie eine Sternschnuppe zu seinem Ziel.

Für diejenigen, die es genauer wissen möchten folgen hier die Noten mit meinen Fingersätzen und Zeichenerklärungen.

Bach - Menuett II