Der Klang nach dem Klang. “ Mélange à Trois “ in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach. Von der Magie eines schönen Tones.

Mélange à Trois in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach. Im Querklang am Berghang öffnete das Trio eine musikalische Tür in die große weite Welt. Groß und weit ist das musikalische Spektrum dieses sehr, dieses äußerst sympathischen Ensembles. Es besticht mit fachlicher Könnerschaft und interaktivem, sehr kommunikativem Zusammenspiel, durch eine begnadete Musikalität, die dem Publikum keine Zeit zum Nachdenken lässt. Eine Überraschung überholt in jedem Moment die nächst folgende. Die Ohren haben keinen Moment die Möglichkeit sich auf auf ein Perpetuum Mobile einzustellen. Kleine und überraschende Aperçues werden eingestreut, percussive Elemente, da drängt sich der Kontrabass – gespielt von Wolfgang Mayé – ganz unprätentiös wie eine ad hoc heftige Meereswelle in das Geschehen, verebbt in den musikalischen Fortgang als wäre nichts gewesen. Und doch, es war plötzlich – mehrfach in diesem Konzert – da geschah ein kontrapunktischer Mittelpunkt, die Höhe der Oboe versank in den Tiefen der bassigen Sonorität. Die Klangfarbe des Kontrabasses war das Sedativum, der akustische Kontrapunkt zu den agilen Kaskaden der Oboe – gespielt von Ulrike Albeseder – die, ein Ereignis sondergleichen, in ihrer Expressivität dem Klang des Sopransaxophons von Jan Garbarek sehr nahe kam. Auch Herbie Man, der Jazzflötist kam in Erinnerung. Und jetzt: Wer war der Mann am Akkordeon? Nennen Sie einige Größen: nein, nein und nein. Es war Uwe Hanewald. Ihn, wie auch Ulrike Albeseder und Wolfgang Maye, unterscheidet von vielen Größen unserer von Festival und Wettbewerb deformierten Welt nur eines: Sie haben sich die Begeisterung und Liebe zu ihrem Tun expressiv bewahrt. Knallender Applaus in der Bergkirche, weiter so bis nach der dritten Zugabe fordert heraus ein Kompliment nicht nur an die Ursache – die Musiker – sondern auch an die Wirkung: Das Publikum.

Spanisches Flair vom Barock bis zur Moderne. Am Freitag den 18.Oktober 2019 um 20 Uhr in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach.

Das Sextext des Ensemble‘s „ I Cantori „ präsentiert ein spannendes Kaleidoskop der schönsten Melodien des Barock und der komponierten Welt Musik., vornehmlich südlich der Main-Linie, also Italien, Spanien und auch, sowie besonders Südamerika.

Antonio Vivaldi, Luigi Boccherini sind die Protagonisten der Barockzeit in diesem Konzert. Der argentinische Komponist Osvaldo Golijov hat in einem Liederzyklus Melodien und Themen aus dem 15. Jahrhundert des ausgehenden Mittelalters in Spanien aufgegriffen und neu arrangiert. Die Mélange aus christlich-arabisch-sephardischem Idiom prägt das Programm dieses klassischen Welt Musik Abends.

Die Vergessenheit – Oblivion – von Astor Piazzolla wird dem Cello von Salome Schneider gespielt.  Begleitet wird sie von Michael Schneider auf der Gitarre und Walter Pfundstein auf dem Kontrabass.

Nicht nur die Darbietung und das Arrangements an diesem Abend ist ein besonderer Höhepunkt, sondern auch die Entdeckung, dass dieses Stück, Oblivion auch einen dazugehörigen Text hat.

Text – Oblivion

Heavy, suddenly they seem heavy the linen and velvets of your bed when our love passes to oblivion

Heavy, suddenly they seem heavy your arms embracing me formerly in the night

My boat parts, it’s going somewhere people get separated,I’m forgetting, I’m forgetting

Later, at some other place in a mahogany bar the violins playing again for us our song, but I’m forgetting

Later, it splits off to a cheek to cheek everything becomes blurred and I’m forgetting, I’m forgetting

Brief, the times seem brief the countdown of a night when our love passes to oblivion

Brief, the times seem brief your fingers running all over my lifeline.

Without a glance people are straying off on a train platform,

I’m forgetting, I’m forgetting

Quelle: LyricFind

Songwriter: Astor Piazzolla / Angela Denia Tarenzi. Songtext von Oblivion © Peermusic Publishing

Salome Schneider, Cellistin im Bonner Beethoven Orchester.

Die Vertreibung der Juden aus dem Spanien des ausgehenden Mittelalters hat in der Musik ihre Spuren hinterlassen. Die drei Religionen, Juden, Christen und Moslems, die bis dahin friedlich miteinander lebten driftetet so auseinander, ihr musikalisch-melodiöses Idiom blieb. diesen Schatz at der argentinische Komponist Osvaldo Golijov gehoben und in dem Liederzyklus  „ Ayre „ ein Denkmal gesetzt. Es hält die Erinnerung wach an vergangenen kulturellen Reichtum in Spanien. Erst Isaac Albeniz, Manuel de Falla und Enrique Granados verhalfen der spanischen Musik wieder zu Weltruhm. Seit 1989  gibt es übrigens das Ensemble „ Al Ayre Espagñol „, das sich der Wiederentdeckung und Belebung in Vergessenheit geratener spanischer Barockmusik widmet.

Wir erinnern auf unsere Art und unserer ganz eigenen Instrumentierung in diesem Konzert an Enrique Granados.

Gizem Alever, eine junge türkische Komponistin steuert ihr „ L’Amen „ bei, eine Musik, die so schön und archaisch klingt als stamme sie aus dem 15. Jahrhundert. Die mikrotonalen Elemente verbinden sich mit dem sonoren Klang des Cellos und der wie ein Duduk klingenden Klarinette zu einem filigranen Gebilde, das in seiner Modernität eine klangliche Brücke über Jahrhunderte zurück in das barocke Spanien schlägt.

Eine weitere Entdeckung für die Bereicherung des „ Querklang am Berghang „ ist die Zusammenführung von Violine und Klarinette als tonangebende Melodie Sektion, sowie die klangfüllende zweite Gitarre

Die Musiker dieses Abends sind: 

Conny Keller –  Violine

Claus Rosenfelder – Klarinette 

Salome Schneider – Violoncello

Michael Schneider- Violoncello, Gitarre

Thomas Lemke – Gitarre 

Walter Pfundstein – Kontrabass

30 Jahre Mauerfall. Wo verläuft die innerdeutsche Grenze heute ? Michael Wohlfarth, damals Pfarrer in Ostberlin, Reformator, Widerständler solidarisierte sich damals mit seinen offenen Kirchentoren mit dem “ Volk “ . Michael Wohlfarth kommt als Zeitzeuge in den Querklang am Berghang, liest und erzählt seine Art der Vergangenheitsbewältigung in dem Gesprächskonzert in der Evangelischen Bergkirche am Samstag den 21. September 2019 um 19 Uhr.

Michael Wohlfarth über sich :

Ich bin im vorletzten Kriegsjahr 1944 in Landsberg an der Warthe, heute Gorzow, geboren worden und wuchs auf in Ostthüringen in einem evangelischen Pfarrhaus. Da ich als Pfarrerskind in der DDR kein Abitur machen durfte habe ich eine Möbeltischlerlehre in Themar/Südthüringen abgeschlossen und als Orgelbauer und Möbelverkäufer gearbeitet.Nach zweijähriger Theaterzeit bei der Leipziger Spielgemeinde Studium der evangelischen Theologie in Berlin. Danach berufs-tätig als Gemeinde-und Jugendpfarrer im Altenburger Land. Durch das Berufsverbot meiner Frau Margard als Theaterwisschaftlerin Umzug nach Altenburg und Aufbau der Altenburger Akademie gegen den Widerstand des MfS (500 Seiten OPK,500 Seiten OV).
Nach der Wende Angebote wie Landrat, Landtag und Bundestag abgelehnt. Schwerpunkt der Arbeit Seelsorge an Geschädigten der SED-Diktatur und als Stadtjugendpfarrer.Weiterführung der Erwachsenenbildungsarbeit
in Altenburg und Gera (Ökumenische Stadtakademie)Gründung eines Evangelischen Gymnasiums in Altenburg.Geistlich zu Hause in der Nachfolgekirche der Franziskaner am Markt:Brüderkirche – Offene Kirche. Ora et labora in der Kommunität für den Tag mit Schwerpunkt: Arbeitslose.
Anregung dazu durch Bruder-und Schwesternschaft Selbitz bei Hof.

Der neue Querklang präsentiert Werke für Akkordeon und Gitarre von Astor Piazzolla, Gabriel Fauré sowie Matteo Fallloni. Die zweistimmigen Inventionen von Johann Sebastian Bach werden in der Fassung für Violoncello und Akkordeon dargeboten, sowie die “ Fünf Stücke für Violoncello Solo “ von Hanning Schröder.

Anja Bosl ist die neue Musikerin in dieser Konzertreihe. Ihre breit gefächerten musikalischen Erfahrungen ermöglichen ihr, das Akkordeon zu spielen als wäre es ein Bandoneon. Die Vermutung, es handele sich auch gleichfalls um eine Quetschkommode, wie das Akkordeon landläufig auch genannt wird, diese Vermutungen gehen fehl. 

Neues Jahr und neues Glück. Wieder biete ich Neugierigen Workshops zur Rabbath Technik auf dem Cello und dem Kontrabass an. EinTag oder auch Tage die Ihr Leben ziemlich radikal verändern können.

1991: Ein Besuch bei Francois Rabbath und seine Folgen krempelten mein Leben total um. Musikalisch in jeder Hinsicht. Die neue – französische – Bogenhaltung erinnerte mich sofort an das Buch von Alfred Herriegel “ Zen in der Kunst des Bogenschiessens „. Auch Karlfried Graf Dürckheim war bei einem Zenmeister in Japan um das Bogenschiessen zu erlernen. Der antroposophische Philosoph lernte in erster Linie, dass das Lernen nie aufhört. Das wissen wir alle, das scheint eine banale Binsenweisheit zu sein. Stimmt genau, aber dieser Gedanke ist erst der Anfang weitreichender Konsequenzen für meine Haltung zu/auf/an meinen Instrumenten.

Damit stehe ich immer am Anfang eines weiterführenden Weges. Das entspricht genau der Weisheit meines Vaters, der mir immer wieder sagte: “ Suche dir immer bessere Leute, dann kannst du immer etwas hinzu lernen „.

Diese Einstellung hilft mir beim Unterrichten, mich auf die Sicht des Lernenden zu stellen und mit ihm/ für ihn auf die Suche zu gehen. Wenn nach vorne alles offen ist, dann werde ich nie darauf bestehen, dass es so sein muss wie ich es sage.

Wie in “ Zen in der Kunst des Bogenschiessens “ muss sich der Lernende trotzdem zunächst dem Zen Meister unterwerfen um später selbst zum Zenmeister werden zu können. Ist das zu kompliziert ? Dazu ein Beispiel aus unserer aktuellen Lebenserfahrung: Meine Kinder haben lange Zeit am Computer Autorennen gespielt. Sie waren alle darin sehr geschickt, bewegten die Maus weitgehend so, wie das Computerspiel es verlangte. Nur wer sich den Vorgaben des Spiels perfekt unterwarf, wer also nicht besserwisserisch mit der Maus gegen das Spiel hantierte – der gewann.

Der Weg zu einer guten Bogentechnik erfordert die gleiche Unterwerfung. Nur wer bereit ist zu lernen, den Bogen nicht mehr zu stören, der wird der Meister über den Meister-Bogen werden. Die Film Trilogie “ Matrix “ bearbeitet diesen philosophischen Gedanken sehr brillant.

Ein Workshop in “ Rabbath Technik “ schickt Lernende selbstverständlich nicht als Zen Meister nach Hause. Aber theoretische Grundlagen helfen, die geweckte Sehnsucht in die Tat um zu setzten. Üben muss jeder selbst, auch einem Kind kann niemand zeigen, wie Laufen geht. Wenn die Muskeln beim Kind – wie beim Bogen-spielen-schiessen – durch Versuch und Irrtum ausreichend gewachsen sind, dann kann Kind wie Lernender die Balance finden.

Herzlich willkommen im neuen Jahr mit neuen Workshops und Entdeckungen auf der Reise durch die Musik und das Leben.

Musik für zahllose Saiten – Die vielseitige sowie vielsaitige Musik von Olga Magidenko. Werke für Harfe, Gitarre, Violoncello und Kontrabass. Im Querklang am Berghang – Freitag, den 9. November 2018 um 20 Uhr.

Saitenmusik – so können wir diesen Abend der Neuen Musik mit Werken von Olga Magidenko bezeichnen. Selten haben so viele “ Saiten “ an einem Abend die Möglichkeit, zu reissen. Der Grund, falls das geschieht, der kann dann nur an der heissen Musik liegen. Das kann Neue Musik auch sein: schwungvoll bis fetzig. Wenige Komponisten und Komponistinnen sind so mit hintergründigem Humor gesegnet wie die Heidelberger Komponistin Olga Magidenko.
Hinter jedem ihrer Werke steht eine Geschichte, erklärend oder Fragen aufwerfend. Auch wenn ihre Kompositionen der “ Neuen Musik “ zugerechnet werden, so scheut der Gestus ihrer Werke nicht die Nähe zur Rockmusik, Jazz oder Tango.

“ Handgreiflich wie musikalisch “ wird der Abend gestaltet von :
Ramona Römer – Harfe, Sprecherin
Michael Schneider – Violoncello, Gitarre
Walter Pfundstein – Kontrabass

Ramona Römer

Walter Pfundstein

Michael Schneider

Das Trio con vivo: Carol Vitéz – Judith Bucher – Michael Schneider mit Mendelssohn – Dvorak – Schubert.

Können, Erfahrung und Begeisterung sind die Elemente, die Movimente für kreative Impulse in diesem neuen Ensemble.
Judith Bucher: Preisträgerin internationaler Auszeichnungen mit noch grösserem Faible für die Naturwissenschaft. Ein Zwiespalt zwischen zwei Welten führte sie in den Arztberuf. Aber, ihre zwei Seelen schlagen in ihrer Brust und es zieht sie immer wieder auf die Bühne. Michael Schneider gab den ? die ? wesentlichen Impulse für kommende Bühnenpräsenz.
Immer auf der Suche, mit offenen Ohren begegnete Michael Schneider dem Geigenvirtuosen Carol Vitéz. Er traute seinen Ohren nicht, musste es aber glauben: Da klingt etwas. Es klang betörend schön und der Entschluss war da: mit dem will ich Musik machen.
Es hat sich gefügt: Das Trio, nicht irgendein Trio, nein, das Klaviertrio hat sich gefunden.

Photos: Bernhard Dedera

I Musici Palatini in Freinsheim. Empathie und Können. Anspruch und Live-Performance reichen sich die Hand. Erstes Programm mit den “ Vier Jahreszeiten “ von Antonio Vivaldi.

I Musici Palatini mit dem berühmten Adagio von Tomaso Albinoni und den “ Vier Jahreszeiten “ von Antonio Vivaldi im “ Von Busch Hof “ in Freinsheim.

Bernhard Dedera ist der Photograph dieser vitalen Momentaufnahme vor dem ersten Konzert am 21. Juli 2018.

Cello Musik aus fünf Jahrhunderten umrahmt die Lyrik der “ Cantadora “ Renate Weilmann am 13. Juli um 20 Uhr in der Bergkirche Schlierbach. Von Pietro Degli Antonii bis Aaron Minsky.

Cantare lautete vor vielen Jahren der Titel eines italienischen Schlagers. Also auf Deutsch: singen.
Ein Cantadore ist demnach ein Sänger, beziehungsweise eine Cantadora eine Sängerin

Die Lyrikerin und Geschichten Erzählerin Renate Weilmann nennt sich Cantadora.
Weder singt sie ihre Lyrik, noch gibt es Musik dazu. Vielmehr steht diese Bezeichnung „ Cantadora „ für eine uralte Tradition des Geschichtenerzählens, einer besonderen Fabulierkunst die nichts mit Vorlesen oder Rezitieren zu tun hat.
In Süd Frankreich lebt Fabien Bages.
Einen Sammelband über Mythen und Sagen aus Südfrankreich betitelte er mit: die Kunst des Erzählens. Seit vielen Jahren ist er ein gefragtes Ereignis um uralte Geschichten am Leben zu erhalten.
In dieser Tradition sieht sich Renate Weilmann. Nur sind ihre Geschichten nicht uralt, sondern aus ihren reichen Lebens Erfahrungen geschöpft und durch ihre wie Gesang wirkende Vortragsreise geradezu ein musikalisches Ereignis.
So weit meine Assoziationen zu der Lyrik von Renate Weilmann.
Wie zur Bestätigung erreichte mich soeben ihre Selbstdarstellung zum Querklang am Berghang am 13.7.2018 um 20 Uhr in der Evangelischen Bergkirche

CANTANDORA, die Geschichtenerzählerin
Gedichte
 
Vom Leben zu erzählen ist die Aufgabe einer Cantandora. Sie reiht sich ein in die Tradition der weltweit verbreiteten Märchenerzähler, der Barden, Troubadoure, der Wanderer, der heiligen Bettler und der heimatlosen Clochards, die uraltes Wissen überliefern und Sorge für dessen Erhalt tragen.
Eine Cantandora serviert ein gehaltvolles Mahl.
Sie vermischt sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Zutaten, reichert sie mit der Gewürzpalette ihrer eigenen Vorstellungskraft an und serviert das Ergebnis ihren gespannt lauschenden Zuhörern teelöffelweise oder mit der Suppenkelle, als Nahrung für die Seele oder gar als Medizin.
 
oder- zu mir:
Man sollte meinen, als Autorin benutze ich die Sprache. Doch es ist genau das Gegenteil. Die Sprache benutzt mich.
 www.renateweilmann.de

Musik aus fünf Jahrhunderten für Cello Solo spielt Michael Schneider, beginnend mit Pietro Degli Antonii, über Johann Sebastian Bach, Hanning Schröder, Osvaldo Golijov bis hin zu Aaron Minsky und seinen Solo Stücken für Cello Solo, bekannt als “ 10 Amerikanische Etüden „.