Osvaldo Golijov’s Musik über Vertreibung und Ausgrenzung. Ein zeitlos ungelöstes Thema.

Freitag 19. Januar 2018 um 20 Uhr in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach :
Am Samstag den 20. Januar gibt es eine zweite Gelegenheit, diese einmalige Musik noch einmal zu hören: Samstag 20.1. um 20 Uhr in der Freizeitschule Mannheim.
Spanische Weltmusik des 16. Jh. als Spiegelbild dreier Kulturen in Liedern aus der Sicht dreier Religionen: Juden, Moslems und Christen. Musik aus Zeiten des Umbruchs – friedlich vereint, dann der Wandel: die Gemeinsamkeit zerbricht. arkestra convolt gestaltet einen Abend, der aktueller nicht sein kann.
Musik von Osvaldo Golijov, Enrique Granados und Ernest Bloch. Neu mit dabei: Elisa Herbig, Cello und die Schauspielerin Cornelia Bielefeldt.

Der Kontrapunkt der Kulturen, über das Golijov Projekt mit arkestra convolt:

Die meisten Menschen sind sich in erster Linie einer Kultur, einer Umgebung, einer Heimat bewusst. Menschen im Exil leben mit mindestens zwei Kulturen. Diese Pluralität der Sicht weckt ein Bewusstsein für die Gleichzeitigkeit verschiedener Dimensionen, ein Bewusstsein, das, um einen Ausdruck der Musik zu entlehnen: kontrapunktisch ist.

In Golijov’s Ayre – ein Wort aus dem Spanischen des Mittelalters, das Melodie bedeutet, geht es um die Vermischung dreier Kulturen: Christen, Araber, Juden, im südlichen Spanien des späten 15. Jahrhunderts, vor der Vertreibung der Juden.
Der Wechsel von friedlicher Koexistenz mit offenem Konflikt zwischen diesen drei Kulturen wirkt bis in unsere Zeit nach. Mit einer kleinen Wendung, so Golijov, wechselt eine Melodie vom jüdischen zum arabischen und weiter ins christliche Idiom.
Wie eng verknüpft sind diese Kulturen, wie furchtbar ist es, wenn sie sich nicht verstehen. Die Trauer, mit der wir heute leben, existiert bereits seit Jahrhunderten und doch war zwischen diesen Kulturen Harmonie möglich.

Golijov greift auf eine breit gefächerte persönliche Auswahl von Quellen zurück.
Die Musik gründet sowohl auf Fundsachen: einem sephardischen Liebeslied oder einem christlich-arabischen Osterhymnus – wie auf original komponierten Melodien.
Die Texte in Arabisch, Hebräisch, Sardisch und Spanisch so wie in ladinischer Sprache geschrieben, der einstigen Sprache der spanischen Juden, der Sephardim.
Eine Vielfalt menschlichen Erlebens tut sich auf, von Liebe und Eifersucht bis hin zu blinder Wut, frommer Sehnsucht und Gebeten.

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Nicoleta Craita Ten’O – Yasmina El-Boazzati

Musik, die Sprache die in jeder Kultur verständlich ist. Osvaldo Golijov verdanken die Beteiligten dieses Projekts Musik, die den täglichen Einsatz für Ausgegrenzte in deren Alltag widerspiegelt: Flüchtlingshilfe, Jugendhilfe oder auch Betreuung Behinderter in der Werkgemeinschaft Martinshof.

Der 22. Oktober 2017. Um 19 Uhr: Evangelische Bergkirche Schlierbach. Weltmusik – Tango – Neue Musik. Ein Dreisparten Programm das sich gewaschen hat. Mit allen Wassern : hochkarätige Komponistin Olga Magidenko, ebenso die Solisten: Norbert Kotzan – Bandoneon, Claus Rosenfelder-Klarinette. Den Rest lesen Sie hier.

“ Es begab sich aber zu der Zeit……. “ Das kennen Sie – irgendwie. Kommt Ihnen Weihnachten wieder zu Ohren. Soweit so gut.
Es begab sich aber auch, nein, es wird sich begeben am 22 Oktober um 19 Uhr in der Evangelischen Bergkirche der fünfte Jahrestag einer kleinen Revolution. Vor sechs Jahren haben sich einige Mitstreiter des Querklanges gefragt, ob noch ein weiteres Trompetenkonzert in der Bergkirche Schlierbach nötig sei? Oder jubilierende Flöten mit schmetternder Orgel ?
Nein, wir vom Querklang wollten unsere Ruhe haben. Wollten nicht durch Publikumsmassen gestört werden. Die Insel “ Bergkirche “ hatte es uns angetan. Da kommt garantiert kaum jemand hin.
So, hier hört der Scherz auf. Wir wollten mit der queren Musik, dem anderen “ Jubilieren “ die Stille unserer Begeisterung entgegensetzen. Um neue Kontinente zu entdecken mussten wir riskieren, die alten aus den Augen zu verlieren.
Fünf Jahre haben wir geschafft. Dank der Hilfe und wohlwollenden Unterstützung der Evangelischen Kirchengemeinde und ihrer Pfarrerin Julia Nigmann.

Ramona Römer beginnt das Konzert mit der Harfensonate von Olga Magidenko. Neue Musik verfechtet Michael Schneider besonders neben alle anderen Neugier auf Überraschungen. Olga Magidenko wird nach meinem Dafürhalten unterschätzt. ( Die Geschichte mit dem Propheten im eigenen Land kennen Sie ? ).

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Mein Lehrer Francois Rabbath ist in diesem Konzert vertreten. für drei seiner melodiösen Weltmusik Kompositionen hat mein Freund Hans Kunstovny, ehemaliger Solokontrabassist des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim und ebenso erfolgreicher Komponist, drei begleitende Arrangements mit Streichquintett geschrieben.
Seine Arrangements für drei Rabbath-Kompositionen werden in diesem Konzert urauffgeführt.

Hans Kunstovny

Dann kommt Norbert Kotzan, Bandoneon Virtuose mit den fünf Tangosensations von Astor Piazzolla auf die Bühne. Weitere überraschende Tangoklänge erwarten Sie, die hier nicht weiter verraten werden.

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Stefan Kirsch – Bassposaunist, Komponist und genialer Bandleader: Die Longhorns waren seine Gruppe. Heute am 7. April um 20 Uhr darf Michael Schneider seine Kompositionen in der Bergkirche Schlierbach spielen.

Heute um 20 Uhr: Vom Balkan geht die Reise bis nach New Yorck, musikalisch. Eine bacchantische Orgie des vitalen Jazz. Denn der Komponist von vier Kompositionen dieses Abends heisst: Stefan Kirsch. Bassposaunist, Komponist und vital-humoriger Macher von tollen Stücken.
Michael Schneider hat ihn gefragt: Wo kommen deine Ideen her, gibt es dazu eine Geschichte, eine Erfahrung, einen Anlass, irgend etwas, das wir dem Publikum zu deinen Kompositionen erzählen können?
Wie ? Das soll ich jetzt verraten? Dann können Sie sich das Konzert sparen, meinen Sie ?
Weder noch. Keine Details, die werden das Salz in der Suppe, heute am Freitag den 7. April um 20 Uhr.

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Stefan Kirsch. Und noch einmal, weil es so schön ist:

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Nehmen Sie seinen Titel: “ SoS „. Wenn Sie hören, was er dazu zu sagen hat, dann liegen Sie unter den Kirchenbänken!
Dürfen Sie das ? Ist das in der Kirche erlaubt ? Das weiss ich auch nicht, aber eines weiss ich ganz gewiss: Die Pfarrerin Julia Nigmann wird es Ihnen verzeihen wenn sie erfährt, warum Sie das getan haben.

Heute hier morgen dort, bin kaum da muss ich fort……… ( Hannes Wader ). So lautet das Motto am Freitag den 7.April 2017 um 20 Uhr in der Bergkirche Schlierbach.

“ Heute hier, morgen dort
Bin kaum da, muss ich fort
Hab‘ mich niemals deswegen beklagt
Hab‘ es selbst so gewählt
Nie die Jahre gezählt
Nie nach Gestern und Morgen gefragt!“

Soweit Hannes Wader in seinem berühmtesten Song. Was aber hat das mit der Bergkirche in Schlierbach zu tun ?
Es geht um den “ Jazz Abend “ mit arkestra convolt: Niemand bleibt gern auf der Dominante stehen, er will weiter obwohl er gerade erst angekommen ist. Er, der Jazzer will weiter zur nächsten Dominante um sie auch ganz schnell wieder zu verlassen. Mit ein bisschen ( oder: viel Glück ) landet er dann am Ende des Stückes bei einer wohlklingenden Tonika. Soweit die grobe Reisebeschreibung dieses wiederum aussergewöhnlichen Abends.
Der ehemalige Solokontrabassist des Philharmonischen Orchesters Heidelberg kann sich nun seit einem Jahr dem gefplegten Timing widmen, wie es Jazzer lieben, ebenso wie der Musik Freak Felice Venanzoni.
( Zu diesem Thema empfehle ich Klassikern wie Jazzern den Artikel: “ Der Faktor Feeling „ ).
Gemeinsam mit arkestra convolt widmet sich der Philharmoniker Michael Schneider der Musik von Frank Proto, John Scofield, Stephan Kirsch und last not least der neuesten Komposition von Claus Rosenfelder.

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Claus Rosenfelder, Saxophon, Klarinette, Komposition.
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