David Loeb – Werke für Cello und Kontrabass am Freitag den 18. November 2016 20 Uhr. Michael Schneider und Walter Pfundstein umrahmen die Lesung mit Vanja Michailova-Simeonova. Evangelische Bergkirche Schlierbach.

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Die Werke des New Yorker Komponisten David Loeb sind filigran und sehr kompakt. Wer den Cellopart der fünf Nocturnes für Cello und Kontrabass hört wird kaum etwas vermissen, so dicht klingt jeder einzelne Part dieser Duos. Häufig mitgespielte Bordun Saiten füllen den Klang jeder Solostimme ebenso wie die Verwendung von farbenreichen Flageolett Passagen.
Am Freitag den 18 November werden die folgenden Werke von David Loeb aufgeführt:
Eine dreisätzige Duo-Sonate, drei Pastoralen sowie die fünf Nocturnes für Violoncello und Kontrabass.

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Vanja Michailova-Simeonova – szenische Lesung am 18. November 2016 in der Evangelischen Bergkirche mit Musik von David Loeb für Violoncello und Kontrabass.

Szenische Lesung ihres Ein-Personen Stücks “ Der Schrei „, mit Zwischenmusiken von David Loeb für Violoncello und Kontrabass.

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Vanja Simeonova, geb Michailova
1962 in Sofia, Bulgarien, geboren. Studium der Englischen Philologie an der Universität Sofia, Diplom-Anglistin, Arbeit als Englischlehrkraft und als Redakteurin in den englischsprachigen Kulturredaktion des Bulgarischen Rundfunks, Sofia.
1990 Ausreise nach Deutschland, Public Relations Assistentin, ZA-Gesellschaft, Düsseldorf, seit 2005 Mitarbeit und Assistenz in dem Theater “ Die Pathologie „, Bonn.
Schreibt: Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke.

Michael Schneider, Violoncello
Walter Pfundstein, Kontrabas
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Sezierung einer Liebe
An M.N.

(Ein Monolog für mehrere Stimmen)

Auf der kalten Straße der Nacht – kriechend, robbend, sich schleppend, unnachgiebig, unablässig – der Schmerz.

In dem Leichentuch lebt es! Mit Händen und Füßen scharrt es und pocht und wimmert und heult. Der noch nicht gestorbene Leib umklammert ein absurdes Gefühl, umschließt es mit den Tentakeln seiner verendenden Fasern und versucht auszubrechen. Narr! Atemlos wirft sich das gewesene Sein gegen die Wände, der letzte schwache Atemhauch steigt auf seinem Weg zum Licht, schreit noch einmal nach Liebe, erschaudert, erfriert und erlischt…
….

Ich wusste, dass ich mich gefährde, indem ich mich zu dir begebe… ich muss es geahnt haben, gespürt, gefühlt mit einem siebten Sinn… trotzdem… ich habe alle Schilder fallen lassen und mich dir offenbart… ich bin nackt vor dich getreten… in dem Bewusstsein, das könnte mein Ende sein… das ist mein Ende…

Du bist in mein Herz hineingeleuchtet und es mit deinem Schmerz versiegelt, und indem ich an deinem Leiden litt, erhob ich mich zu dir und verlor mich aus dem Blick. Ich übernahm dich und deinen Schmerz… jetzt sterbe ich daran…

… diese Nacht will ich mit dir sein… ich will meinen Leib hinter das Gitter deiner Arme klemmen… die Peitschenhiebe deiner feuchten Zunge auf meiner Haut spüren… in dem Rausch deiner Leidenschaft verbrennen…

Wer bist du, den ich liebe mehr als mein Leben? Ich kenne dich nicht. Ich habe dich nie kennengelernt. Ich habe dich immer nur gefühlt, geahnt, gespürt. Ich habe dich herbeigesehnt. Du warst immer woanders. Auch wenn du bei mir warst, warst du woanders… Zu mir hast du deinen Doppelgänger geschickt. Dein wahres Ich blieb weg, ich vermute zu Hause? Bei der Anderen?… So habe ich eine Fälschung gesehen, bin mit einer Fälschung ins Bett gegangen… Aber geliebt… geliebt habe ich DICH!…………….

Der Profi zu Besuch – Klappe die vierte: Vorhang auf für Entspannung. Der Profi Michael Schneider und sein Publikum.

Morgen ist es wieder soweit, der Profi Michael Schneider spielt Cello und Bass im Flüchtlingsheim “ Breite Seite Nummer drei „. Bevor wieder Musik von Johann Sebastian Bach erklingt und diesmal auch modernere Cello Musik angeboten wird, hier einige Anmerkungen zu meinem Publikum in Sinsheim und Erwartungshaltungen hier und anderswo.
Je öfter ich für Flüchtlinge spiele, desto bewusster wird mir, dass ich vom Philharmonischen Klassik Betrieb in 35 Jahren sehr geprägt wurde.
Dass ein – sehr netter und aufgeschlossener – junger Mann aus Gambia 70 Minuten lang mit seinem Handy beschäftigt ist, das irritiert zunächst. Ich hatte bereits erwähnt, dass er das aber nach jedem Stück durch begeisterten Applaus und ein strahlendes Gesicht wieder wett gemacht hat. Bei anderen mussten eingehende Anrufe angenommen werden. Immerhin, oder besser gesagt: es war für die jungen Männer selbstverständlich, für die Dauer des Gesprächs den Raum zu verlassen.
Ich sprach mit Walter Pfundstein darüber, woraufhin er mir von einem buddhistischen Kloster in der Mongolei erzählte, das er besucht hatte. Da war es für die Mönche ganz selbstverständlich, dass sie mitten in ihrem Singsang das Handy zückten und sogar der Vorbeter musste zwischendrin mal sein Handy auf stumm schalten.

Da fällt mir sofort das Konzert mit Yasmina El-Boazzati in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach vom 4.3 2016 ein. Yasmina hatte einige ihrer Freunde und Klassenkameraden eingeladen. Yasminas Texte und Geschichten waren nicht die leichteste Kost und die Musik , die Walter Pfundstein, Kontrabass und Michael Schneider, Violoncello von dem New Yorker Komponisten David Loeb spielten, war sehr intensiv. Eine junge Frau verliess mitten im Konzert die Kirche – es schiesst mir durch den Kopf: Adieu.
Bald darauf verliess ein kleiner Pulk beiderlei Geschlechts die Kirche: Da Capo: Nicht auf Wiedersehen.
So kann man sich täuschen, sie kamen alle wieder, waren nur mal eine rauchen.
Und dass dieser “ Pulk “ während der Lesungen und der Musik gleichzeitig unter, hinter ihrer Kirchenbank auf irgendetwas starrten, das nenne ich hier nun schlichtweg: Kontemplation.
Wenn ich also meine Erwartungshaltung ändere, dann kann ich nur noch zu dem Schluss kommen: Sehr sympathisch, diese jungen Menschen.

Michael Schneider und Walter Pfundstein spielen Werke amerikanischer Komponisten. Freitag 4. März 2016 um 20 Uhr. Evangelische Bergkirche Schlierbach.

Mark Summer’s “ Juli-O “ sowie “ Just Doodling “ von Susanne Paul, beides Stücke für Violoncello Solo, sind seit ihrer Veröffentlichung nicht nur als Noten verfügbar ( Bernhard Helpenstein, Ponticello Verlag ), sondern auch auf Youtube in schier endlosen Darbietungen zu bewundern.
In den 1970er Jahren bewirkten der Kontrabassist Claus Stoll und der Cellist Jörg Baumann von den Berliner Philharmonikern einen sensationellen Hype für die Duo-Besetzung Cello-Kontrabass. Viele neue und moderne Stücke entstanden. So auch die Paraphrase von Paul Heinz Dittrich auf das wohl berühmteste Duo für diese Besetzung von Gioachino Rossini.

1961 komponierte David Loeb das Duo für Violoncello und Kontrabass, auf das ich seit Beginn meines Studiums durch Alfred Planyavsky ( Geschichte des Kontrabasses ) aufmerksam wurde. Auch das Duo der Berliner Philharmoniker kann nicht alle Duo-Werke kennen und sichten. Trotzdem erstaunt es mich, dass dieses mit mir sehr oft erfolgreich aufgeführte Stück nicht seinen Weg zur Berühmtheit gefunden hat. Mit Erfolg meine ich hier insbesondere, dass jede Art von Publikum diese Musik verstand. Ebenso rar stellt sich die Musik von David Loeb auf Youtube dar. Einzig sein Gitarren Trio “ Between Sea and Sky „ ist dort zu finden.
Ich habe inzwischen viel über diverse Kompositionen David Loeb’s geschrieben und möchte an dieser Stelle den Lesern einen optischen Eindruck seiner Schreibweise vermitteln. Hier das fünfte der “ Five Nocturnes „.

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Wikipedia über David Loeb:
“ David Loeb (born May 1, 1939) is an American composer of contemporary classical music. Born in New York City, he has written extensively for early music instruments such as the viol, as well as instruments from China and Japan. He teaches at the Mannes College The New School for Music, and has additionally served as a member of the composition faculty at the Curtis Institute of Music. He is Jewish. „

Dr. Shamali Sen liest Yasmani El-Boazzati im Querklang am 4.März 2016, begleitet von Cello und Kontrabass mit Musik von David Loeb.

Hier eine Leseprobe von Yasmina El-Boazzati:
“ Ich war schon so oft kurz davor einfach alles hinzuschmeißen und einfach aufzugeben… Ich wollte wirklich einfach weg von ihr , von alldem Stress und den Leuten.. Doch es hat mich immer etwas abgehalten. Ich weiß nicht ob es gut oder nicht gut ist, weil ich nicht weiß was dann passiert wäre… Wenn ich einfach gegangen wäre einfach weg ohne etwas zu sagen. Hätte sich jemand Sorgen gemacht ? Hätte mich jemand vermisst? Hätte es überhaupt jemand gemerkt ? Doch ich wollte nicht weg um zu wissen ob mich jemand vermisst oder jemand es gemerkt hätte.. Sondern einfach um einen freien Kopf zu bekommen. Einfach frei zu sein und an nichts zu denken. Aber geht das überhaupt ? An nichts denken ? Ich glaube nicht, weil an dem Versuch an nichts zu denken denkst du ja daran an nichts zu denken. Dieser Gedanke fasziniert mich weil es einfach unmöglich ist. Ich habe oft versucht an nichts zu denken und mir einen schwarzen Raum vorgestellt aber dann hab ich ja wieder an einen schwarzen Raum gedacht…….. Vielleicht denkt man auch ab und zu an nichts aber merkt es nicht ? Fragen Sie sich mal: haben Sie irgendwann mal an nichts gedacht ? Einfach Leere?
Also wenn man sagt, man will den Kopf frei kriegen, dann will man einfach nicht an das denken an das man grade denkt, weil man den Kopf eigentlich nie frei bekommt.“

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Walter Pfundstein
hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr eloquenten Kontrabassisten entwickelt. Er ist einer der Wenigen der verstanden hat, dass ein, also: sein Kontrabasspart ein Ereignis für den Zuhörer sein muss, eine klangliche Offenbarung, damit seine Soli und sein Fundament sich dem Zuhörer als “ Ereignis “ erschliessen.
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Neue Musik – Moderne Musik ? David Loeb – ein moderner Traditionalist zwischen New York und Kyoto. Der absolute “ Favorit der amerikanischen Komponisten “ neben William Sydeman und John Tartaglia – meint Michael Schneider

1974 begann Michael Schneider sein Kontrabass Studium in Lübeck. In dem Buch “ Geschichte des Kontrabasses “ von Alfred Planyavsky fand ich einen Hinweis auf ein Duo für Violoncello und Kontrabass von David Loeb.
Damals – wie heute – war ich hinter allem her, was mit Kontrabass zu tun hatte und so erhielt ich irgendwie eine Kopie dieses dreisätzigen Werkes. Vor ungefähr drei Jahren machte ich mich daran, den Komponisten ausfindig zu machen, um mich bei ihm für dieses ausserordentliche Werk für diese Besetzung zu bedanken. Inzwischen hatte ich den Cellopart übernommen. Daraufhin schickte und schenkte er mir viele seiner Werke, die ich nun versuche aufzuführen und auch zu verbreiten.

“ Dear Michael Schneider;

Thank you for your two messages. I am delighted that you will play several of my pieces. Although I am not a string player, most of my friends from my student days were string players, which has encouraged me to write many pieces for strings. The Duo from 1961 was written when I was still a student. I don’t think my style has changed greatly; the changes which have occurred are mostly the result of my intensive involvement with Japanese music, both as composer and performer, which began in 1964 and has continued ever since. I now live in both Kyoto and New York.

Hope the performances go well. Sorry that I can not be there.

Again many thanks for your efforts. „

Attachment 1 Yasmina El-Boazzati

Dazu – hinzufüglich – entstand nach einer Lesung mit Nicoleta Craita Ten’O der Kontakt mit Yasmina El-Boazzati, einer Schülerin der Realschule Schriesheim. Sie ist eine besondere Begabung.
Lesen Sie hier ihre eigene Darstellung, ihre Bewegründe für ihre Leidenschaft:

“ Ich weiß nicht ganz wie ich zum Schreiben gekommen bin, dieses Verlangen zu schreiben war schon immer da. In meinem Grundschulzeugnis wurde schon erwähnt dass ich sehr gut Geschichten schreiben kann und so ist das auch geblieben. Zum Glück hatte ich in der weiter führenden Schule immer die Möglichkeit Geschichten zu schreiben und meine Deutsch Lehrerin Frau Hörburger hat mich meine Geschichten immer im Unterricht vorlesen lassen. Ich danke ihr mehr als sie es jemals wissen wird. Ich drücke mich selber in meinen Geschichten aus, kann mich ausleben. Ohne das Schreiben wäre ich nicht da wo ich jetzt bin, es ist mir sehr sehr wichtig und es liegt mir so viel daran. Für nichts auf der Welt würde ich das Schreiben tauschen. Ich brauch das einfach. Mein größter Wunsch ist es mein eigenes Buch zu schreiben. Aber ich glaube das ist der Traum von allen die gerne schreiben. „

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Attachment 2 Yasmina El-Boazzati

David Loeb – genialer Komponist und Trainer für perfekte Intonation. Michael Schneider empfiehlt weitere Werke für Violoncello Solo.

Das, was wir einmal als Dissonanz bezeichnet haben, das war zu seiner Zeit aufregend bis empörend und unmöglich. Joseph Haydn und dann Ludwig van Beethoven haben damit angefangen.
Ein Akzent an einer Stelle, wo er bislang nicht hingehörte, das rief damals grosse Empörung hervor.
Und spätestens mit Arnold Schönberg gab es überhaupt keinen Grund mehr zur Beschwerde, wenn er alle 13 chromatischen Töne zu einem Akkord zusammenfügte.
Seit der Erfindung der wohltemperierten Stimmung passt eigentlich jeder Ton und jedes Intervall zu jedem Grundton. Die Aufregung zu Ludwig van Beethovens Zeit war mehr in den Köpfen und in der Tradition, als in den Ohren.
Michael Schneider weiss das alles und doziert hier an dieser Stelle gerade darüber.
Trotzdem: wenn er beginnt die Kompositionen von David Loeb zu lesen, beziehungsweise zu üben, dann ist immer wieder sein erster Gedanke: das kann nicht klingen, das bleibt immer schräg.
Immer wieder die gleiche Falle: es gibt eigentlich keine Dissonanzen mehr.
Mit Liebe zum Detail, sprich: dem Bemühen um gute Intonation, gewinnen die Kompositionen von David Loeb mindestens um 100 % Qualität, wenn die unendlich vielen scheinbaren Dissonanzen den Spielern oder dem Spieler in Fleisch und Blut übergegangen sind. Dann bekommt seine Musik einen Glanz, einen Charme und einen Sog, Musiker wie Hörer geraten in einen Flow inspirierender Assoziationen.
Eine Ahnung von der möglichen, denkbaren Schönheit anderer Welten erfuhr ich durch unseren ehemaligen GMD Cornelius Meister, der sehr genau und „pingelig“ das Philharmonische Orchester Heidelberg damit quälte, dass auch Viertel-Ton-Kompositionen “ sauber“ klingen können – muss ja nicht gefallen, darf aber vierteltönig trotzdem “ sauber “ sein. Und so gewinnt bei David Loeb jede Dissonanz eine saubere Schönheit und klingt am Ende so schön wie W.A.Mozart.

Weitere Literatur Empfehlung:
Sunrise Legends: Allegro-Vivace-Lento-Allegro misterioso-Affettuoso
Neu entdeckte Werke von David Loeb:
Sonate für Gitarre und Violoncello
Winter Dances für Gitarrre, Violoncello und Kontrabass
Between Sea and Sky für Gitarrentrio

Der Kontrabass – Auferstehung in Heidelberg in die höheren Weihen der Kammermusik. David Loeb und seine Duos für Violoncello und Kontrabass. Aufgeführt von Michael Schneider und Walter Pfundstein in Heidelberg

KMD Professor Carsten Klomp, Professor für Künstlerisches Orgelspiel am KI in Heidelberg, kommentierte die Aufführung von sechs Sätzen von David Loeb so: “ Diese Musik ist sehr dicht und kompakt „.
Aus dem Publikum wurden sie so kommentiert, dass sie bei geschlossenen Augen sehr fantasievolle Bilder entstehen lässt.
Und Prof. Dr. Dr.h.c. mult. Theißen war sehr angetan über die musikalisch-spirituelle Ergänzung dieser Kompositionen zu seinen Texten.
So viel Lob für die Kunst von David Loeb gab es nach dem Gottesdienst am 23.11.2014, dem “ Ewigkeitssonntag „. Ausgeführt von Walter Pfundstein, Kontrabass und Michael Schneider, Violoncello.

David Loeb ist Jude ( * 1939 ). Als Komponist hat er sich mit der Alten Musik auseinander gesetzt und komponiert. Zusätzlich zieht es ihn regelmässig nach Japan.
Beide Richtungen spiegelt nicht nur seine Musik wider, sondern auch die Titel seiner Kompositionen: Sunrise Legends, Fantasias for Japanese Consort, Between Sea and Sky ( Guitar Trio ), „Japanese Bells“ Suite: Shinnen No Kane, Ancient Legends, Two Views of the Silent Waterfall.
Alle oben erwähnten Kommentare gehen völlig konform mit meinem eigenen Eindruck und Gefühl nach dieser Aufführung.
Ich bezeichne die Ausdruckskraft dieser Musik als unprätentiösen Tiefgang, sie bewegt und rührt einen an. Ich begeistere mich für viel Arten Musik. Diese eher stille Musik von David Loeb erfüllt und macht satt.
Nun genug des Lobes.
Wer es nicht glaubt oder es wissen will, der mache sich auf den Weg.

 

David Loeb:

Duo for Cello and Bass: ( for Warren Petty ): Prelude-Dance-Dirge

Five Nocturnes for Cello and Bass: Lento-Allegro-Allegro-Adagio-Allegro moderato

Three Pastorales for Cello and Bass: Poco Lento-Lento assai-Moderato-

 

David Loeb, New York – neue unbekannte Literatur für Violoncello und Kontrabass entdeckt von Michael Schneider, Heidelberg.

David Loeb (composer)

From Wikipedia, the free encyclopedia
 David Loeb (born May 1, 1939) is an American composer of contemporary classical music. Born in New York City, he has written extensively for early music instruments such as the viol, as well as instruments fromChina and Japan. He teaches at the Mannes College The New School for Music, and has additionally served as a member of the composition faculty at the Curtis Institute of Music. He is Jewish.[1]

His notable students include Jennifer Higdon, Jeremy Beck, and Craig Walsh. 

Zitiert aus: http://en.wikipedia.org/wiki/David_Loeb_(composer)

Seine offizielle Webseite: http://www.philmultic.com/composers/loeb.html

1974 begann ich mit dem Kontrabass Studium in Lübeck. Damit begann auch meine intensive Suche nach Literatur für Kontrabass, beziehungsweise für Literatur mit Kontrabass in der Kammermusik. Eine erste Entdeckung  war ein drei sätziges Duo von David Loeb für Violoncello und Kontrabass. Diese Werkangabe fand ich in Alfred Planyavsky’s Kompendium “ Geschichte des Kontrabasses“.

Dieses Duo hat mich seit 1975 begleitet, ohne dass ich jemals feststellen konnte, dass andere dieses fantastische Duo aufführen. Dann ging meine Suche weiter nach guten Stücken von David Loeb. Ich fand: “ 5 Nocturnes for Cello und Double Bass „, die ich erst heute mit Walter Pfundstein am Kontrabass  in Angriff nehme.

Mit großem Erfolg habe ich ( am Cello ) und Walter Pfundstein am Kontrabass das oben erwähnte Duo in der Bergkirche Schlierbach aufgeführt. Auf der Suche nach weiteren Querklängen schrieb ich dem Komponisten eine Mail um mich bei Ihm für dieses tolle Duo zu bedanken. So begann ein reger Mail Austausch, der dazu führte, dass der Komponist mir “ Three Pastorales für Cello and Double Bass „ schickte.

In diesen drei Duos beweist er ( wie auch in den “ Five Nocturnes “ ) seine profunde Kenntnis der Möglichkeiten im Umgang mit Flageolett Tönen und ebenso beglückend klar und eindeutig in der Notation, dass sich viele andere zeitgenössische Komponisten daran ein Beispiel nehmen sollten. Ich bezeichne seine Musik als modernen Neoklassizismus.

Die Flageolett Notation bei den Kontrabässen ist im Orchester bis heute noch ein immer wieder kehrendes Kuddelmuddel. Arnold Schönberg schreibt z.B. ein tiefes D im Bass Schlüssel ( unter der ersten Hilfslinie ) und darüber ein Karo Fis ( also Flageolett ) und notiert dazu: klingt eine Oktave höher. Das war zu seiner Zeit wohl die “ korrekte “ Notation. Mir will nicht einleuchten, warum er nicht gleich die leere D-Saite mit einem Karo-Fis schreibt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann jemand versucht hätte, dieses Flageolett eine Oktave höher zu spielen. Bei David Loeb ist mir zum ersten mal eine klare und konsequente Schreibweise der Flageolett Töne begegnet. Dort wo ein Flageolett liegt notiert er den gegriffenen Ton als Karo und notiert darüber die dann erklingende Tonhöhe.

Auch bei Alfred Planyavsky ( Geschichte des Kontrabasses ) finde ich im Wesentlichen nur ein Lamento über ein nicht bereinigtes Chaos.

Wenn es den Spielern gelingt, die vielen scheinbaren Dissonanzen sauber zu intonieren, dann gewinnt die Musik von David Loeb einen süchtig machenden Charme. Seine Verwendung vieler Flageolett Sequenzen gibt dem Duktus seines Stils ein sehr einnehmendes Timbre, vermittelt die Faszination einer magischen Aura aus einem fernen Land, einer anderen Welt. David Loeb ist Jude und seine Beschäftigung mit Alter Musik und sein musikalisches Interesse für China und Japan ergeben ein Mischung, die erahnen lässt, welche Versuchungen den Hörer seiner Musik erwarten.

Duos von David Loeb für Violoncello und Kontrabass:

  1. Duo: Prelude-Dance-Dirge
  2. „Three Pastorales“
  3. „Five Nocturnes“

 

Für Violoncello hat David Loeb einige ausserordentliche Solo Stücke komponiert. die “ Sunrise Legends for Cello Solo „ sind fünf Perlen der Cello Literatur. Fortsetzung folgt.