Oper ganz gross – in der kleinen Bergkirche. Opernpremiere am Freitag, den 24. Januar 2020 um 20 Uhr in der Evangelischen Bergkirche.

Die Besetzungsliste der Opern von Olga Magidenko hat eine lange Tradition. Sie entspricht ungefähr dem Küchenrezept meiner Schwiegermutter: Man nehme was man hat und mache daraus was man kann. Daran hat sich besonders der Komponist Christoph Graupner gehalten ( 1684 – 1760 ).

Seine 1500 Kantaten zeichnen sich auch durch ungewöhnliche Besetzungen aus. So gehört zum Instrumentarium vieler seiner Kantaten das Chalumeau. Die Antwort liegt auf der Hand: Graupner hatte einen Chalumeau Virtuosen in seinem Orchester.

So begab es sich im Jahre 2018 dass Michael Schneider, ehemals Solokontrabassist im Philharmonischen Orchester Heidelberg, Opernliebhaber von Passion und Beruf, dass er mal wieder eine Oper aus der Taufe heben wollte. Claus Rosenfelder, Klarinette und Walter Pfundstein, Kontrabass liessen sich die Einladung zur Mitwirkung nicht zweimal sagen. Somit war das Opernorchester zusammengestellt.

Ähnlich wie Anton Webern zeigt die Komponistin Olga Magidenko sich auch in diesem neuesten Werk als Meisterin der Reduktion. Nachdem die äussere Form geklärt war, füllte sie alles weitere wie Bienen eine Honigwabe. Welche Zutaten diese neue Oper Ihnen präsentiert – Weinen, Lachen, Nachdenken – das müssen Sie selbst herausfinden.

Der Klang nach dem Klang. “ Mélange à Trois “ in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach. Von der Magie eines schönen Tones.

Mélange à Trois in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach. Im Querklang am Berghang öffnete das Trio eine musikalische Tür in die große weite Welt. Groß und weit ist das musikalische Spektrum dieses sehr, dieses äußerst sympathischen Ensembles. Es besticht mit fachlicher Könnerschaft und interaktivem, sehr kommunikativem Zusammenspiel, durch eine begnadete Musikalität, die dem Publikum keine Zeit zum Nachdenken lässt. Eine Überraschung überholt in jedem Moment die nächst folgende. Die Ohren haben keinen Moment die Möglichkeit sich auf auf ein Perpetuum Mobile einzustellen. Kleine und überraschende Aperçues werden eingestreut, percussive Elemente, da drängt sich der Kontrabass – gespielt von Wolfgang Mayé – ganz unprätentiös wie eine ad hoc heftige Meereswelle in das Geschehen, verebbt in den musikalischen Fortgang als wäre nichts gewesen. Und doch, es war plötzlich – mehrfach in diesem Konzert – da geschah ein kontrapunktischer Mittelpunkt, die Höhe der Oboe versank in den Tiefen der bassigen Sonorität. Die Klangfarbe des Kontrabasses war das Sedativum, der akustische Kontrapunkt zu den agilen Kaskaden der Oboe – gespielt von Ulrike Albeseder – die, ein Ereignis sondergleichen, in ihrer Expressivität dem Klang des Sopransaxophons von Jan Garbarek sehr nahe kam. Auch Herbie Man, der Jazzflötist kam in Erinnerung. Und jetzt: Wer war der Mann am Akkordeon? Nennen Sie einige Größen: nein, nein und nein. Es war Uwe Hanewald. Ihn, wie auch Ulrike Albeseder und Wolfgang Maye, unterscheidet von vielen Größen unserer von Festival und Wettbewerb deformierten Welt nur eines: Sie haben sich die Begeisterung und Liebe zu ihrem Tun expressiv bewahrt. Knallender Applaus in der Bergkirche, weiter so bis nach der dritten Zugabe fordert heraus ein Kompliment nicht nur an die Ursache – die Musiker – sondern auch an die Wirkung: Das Publikum.

Ramona Römer – Harfe Solo im Querklang am Berghang. Vom Solo bis zum Trio mit Michael Schneider und Walter Pfundstein. Sonntag, den 16. Juni 2019 um 19 Uhr in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach.

Wieder einmal darf der Nachwuchs zeigen wo er steht. Ramona Römer studiert Harfe in Mannheim. Neben ihrem Pflichtprogramm an der Hochschule widmet sie sich der Modernen und Neuen Musik. Im Querklang am Berghang hat sie die Uraufführung der Harfen Sonate von Olga Magidenko gespielt. Inzwischen hat sie dieses Unikat der Neuen Musik wiederholt in der Bergkirche zu Gehör gebracht. Soweit uns bekannt, ist Ramona Römer damit weltweit die einzige Harfenistin, die dieses Meisterwerk der Heidelberger Komponistin ständig im Repertoire hat.

Am Sonntag den 16. Juni 2019 spielt sie Solo Werke für Harfe:

D. Scarlatti: Sonate K.213

J.B. Krumpholtz (1747-1790): Sonate comme scène dans le style pathétique

A. Roussel (1869-1937): Impromptu

J.E. Cras (1879-1932): Impromptu

Weiterhin auf dem Programm stehen das Trio “ Erinnerung “ für Harfe, Violoncello und Kontrabass sowie die “ Modawischen Tänze “ für Harfe und Violoncello. Für andere, weitere Klangfarben sorgen Werke von Robert Lindley und David Loeb. Dies sind Original Kompositionen für Violoncello und Kontrabass.

Arabisch – orientalische Kompositionen aus fünf Jahrhunderten kommentieren Cécile Oumhanis Roman “ Tunisian Yankee “ in der Konzertlesung am 14. Juni 2019 um 20 Uhr in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach.

Arabisch – orientalische Musik im Spiegel der Zeit.

Eine Zeitreise durch Spanien, die Türkei sowie Argentinien – mit Kompositionen  aus fünf Jahrhunderten.

Konzert-Lesung mit der französischen Schriftstellerin Cécile Oumhani sowie Regina Keil-Sagawe, Übersetzerin maghrebinischer Literatur. Der Roman ist erschienen im Osburg Verlag.

Der Kontrapunkt der Kulturen:

Die meisten Menschen sind sich in erster Linie einer Kultur, einer Umgebung, einer Heimat bewusst. Menschen im Exil leben mit mindestens zwei Kulturen. Diese Pluralität der Sicht weckt ein Bewusstsein für die Gleichzeitigkeit verschiedener Dimensionen, ein Bewusstsein, das, um einen Ausdruck der Musik zu entlehnen: kontrapunktisch ist.

In Osvaldo Golijov’s Ayre – ein Wort aus dem spanischen des Mittelalters, das Melodie bedeutet, geht es um die Vermischung dreier Kulturen: Christen, Araber, Juden, im südlichen Spanien des späten 15. Jahrhunderts, vor der Vertreibung der Juden. Der Wechsel von friedlicher Koexistenz mit offenem Konflikt zwischen diesen drei Kulturen wirkt bis in unsere Zeit nach. Mit einer kleinen Wendung wechselt eine Melodie vom jüdischen zum arabischen und weiter ins christliche Idiom. Wie eng verknüpft sind diese Kulturen, wie furchtbar ist es, wenn sie sich nicht verstehen. Die Trauer, mit der wir heute leben, existiert bereits seit Jahrhunderten und doch war zwischen diesen Kulturen Harmonie möglich.

Golijov greift auf eine breit gefächerte persönliche Auswahl von Quellen zurück. 

Die Musik gründet sowohl auf Fundsachen: einem sephardischen Liebeslied oder einem christlich-arabischen Osterhymnus – wie auf original komponierten Melodien.

Die Texte in Arabisch, Hebräisch, Sardisch und Spanisch so wie in ladinischer Sprache geschrieben, der einstigen Sprache der spanischen Juden, der Sephardim.

Eine Vielfalt menschlichen Erlebens tut sich auf, von Liebe und Eifersucht bis hin zu blinder Wut, frommer Sehnsucht und Gebeten.

Cécile Oumhani
Cécile Oumhani

Ethnische Musik wird seit ungefähr drei Jahrzehnten als Weltmusik gedeutet, im heutigen Sprachgebrauch könnten wir es die Globalisierung der Musik nennen. Spezielles lokales Musikkolorit wird so durch Vermischung eigener – ursprünglich räumlich begrenzter Verbreitung der Musik – zu einem weltweit sich vermischenden Konglomerat vielfältiger Zutaten der „ Weltmusik „ zugeordnet.

Bemerkenswert sind für mich in der „ klassischen Musik „  weltmusikalische Assoziationen der Komponisten. So komponierte Enrique Granados ein Stück mit dem Titel „ Oriental „ – dieses hat aber durchweg rein spanischen Charakter. „ Rein Spanisch „ kann aber nur bedeuten: spanische Musik als Ergebnis der Vermischung jüdisch – christlich – arabischer Musik – Kultur, die alle ihre Spuren in diesem Land hinterlassen haben.

Osvaldo Golijov hat jüdisch-polnische Vorfahren, ist Argentinier, hat Musik in Jerusalem studiert. Seine Herkunft wie auch seine Ausbildung ist multi-ethnisch geprägt. Diesem Weg entspricht seine faszinierend schillernde Melodiegebung in seinen Kompositionen.

Gizem Alever, eine junge türkische Komponistin, schrieb „L‘Amen „ ein Trio für türkische Geige, Tanbur und Violoncello. Die Einbeziehung des klassischen, herkömmlichen Cello Klanges mit rein ethnischen Tönen urtürkischer Volksinstrumente verbindet das Ur-Alte mit dem Europäisch-Modernen. Dieses Trio von Gizem Alever verbindet ebenfalls kompositorisch Altes mit Neuem. Ihre melodischen Wendungen vermitteln eindeutig türkische Melodik, verpackt im Gewand der sog. Neuen Musik. Anders herum ausgedrückt: die Neue Musik von Gizem Alever überreicht dem Zuhörer ihre türkische Visitenkarte.

Schon Mozart hatte für dieses Gedankenspiel die passenden Worte: “ Alla Turca „.

Es wirken mit:

Cécile Oumhani – Schriftstellerin, Regina Keil-Sagawe – Übersetzerin, Salome Schneider – Violoncello, Claus Rosenfelder – Klarinette, Michael Schneider – Gitarre, Walter Pfundstein – Kontrabass

Lyrik-Kontra-Bass mit Liebeslyrik des 21. Jahrhunderts von und mit Stefan Hölscher. Die musikalische Umrahmung für den Wonnemonat Mai gestalten Salome Schneider, Violoncello und Michael Schneider, Gitarre, Kontrabass. Sonntag den 5. Mai 2019 um 19 Uhr in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach.

Ich denk die ganze Zeit allein an Dich

Liebeslyrik & Musik

 tiefsinnig und komisch, straight und queer,

 knisternd und harmonisch  

Mit dem Duo LYRIK-KONTRA-BASS 

Stefan Hölscher (Lyrik) – Michael Schneider (Kontrabass, Gitarre)

 & Salome Schneider (Cello)

www.lyrik-kontra-bass.de

Sonntag, 05.05.2019 – Beginn: 19.00 Uhr

Evangelische Bergkirche Schlierbach

Eintritt frei

Hier geht es zum Plakat:

https://www.dropbox.com/s/bo6k74rkopl9bea/Plakat%20schlierbach.jpg?dl=0

Konzerte 2019 in der Bergkirche Schlierbach im “ Querklang am Berghang „

Konzerte 2019 in der Bergkirche Schlierbach

Freitag – 22.2.2019 – 20.00 Uhr

Salome Schneider spielt Dvorak, Schumann. Zwei Cello Konzerte sowie Perlen der Romantik für Cello und Gitarre von Frédéric Burgmüller.

Sonntag – 24.3.2019 – 19.00 Uhr

Klezmer Musik in der Bergkirche mit Vagabondoj – Frankfurt.

Freitag – 19.4.2019 – 20.00 Uhr

Stummfilm mit Life Musik in der Bergkirche Schlierbach.

Samstag – 4.5.2019 – 19.00 Uhr

Lyrik-Kontra-Bass: Stefan Hölscher und Michael Schneider spielen und rezitieren über die Liebe. Die Liebe zur Musik sowie die Musik in der Liebe.

Freitag – 10.5.2019 – 20.00 Uhr

Olga Magidenko`s Oper „Was ist das Leben “ in einer konzertanten Aufführung. Für Sprecherin und Orchester-Trio.

Freitag – 14.6.2019 – 20.00 Uhr

Regina Keil-Sagawe, Heidelberg- Cécile Oumhani, Paris präsentieren Geschichten aus dem Maghreb, Geschichten wie aus 10001 Nacht. Musikalisch umrahmt vom Trio Furioso Classico mit arabisch orientalischer Musik.

Freitag – 19.7.2019 – 20.00 Uhr

Tango in der Schlierbacher Bergkirche. Bandoneon mit Streichquintett und vieles mehr.

Freitag – 21.9.2019 – 20.00 Uhr

Michael Wohlfahrt, ehemaliger Pfarrer in der DDR, Schriftsteller und lebende Geschichte, liest aus seinen Werken. Michael Schneider kommentiert instrumental die Zeitgeschichte.

Freitag – 18.10.2019 – 20.00 Uhr

Max Reger in der Bergkirche Schlierbach – Felix Schönfeld spielt die drei Reger Suiten für Violoncello Solo, sowie im Duo mit seinem Saxophon Partner.

Freitag – 15.11.2019 – 20.00 Uhr

Mélange à deux – Karlsruhe. Oboe-Akkordeon-Kontrabass. Seltene, nie gehörte Klänge betören alle Sinne.

Samstag – 21.12.2019 – 19.00 Uhr

Weihnachten in der Bergkirche – musikalische Weihnachtsfeier mit Meike Lu Schneider-Violine, Salome Schneider-Violoncello und Michael Schneider-Gitarre

Genssler Saiten treffen auf eine Stradivari, eine echte von unbezahlbarem Wert. Sie glauben es nicht ? Ich auch nicht.

Es begab sich zu der Zeit, als Michael Schneider wieder einmal den Hausmeister machen durfte in einem Ensemble, in dem er nur der Stellvertreter ist.
Ebenso und gleichfalls konzertierte der Geigenvirtuose Carol Vitez in eben diesen drei Konzerten als Gast.
Michael Schneider, Klangfetischist von Francois Rabbath’s Gnaden traute seinen Ohren nicht: Höre ich richtig?
Dieser Schmelz, diese musikalischen Amor-Pfeile mitten in das Herz und mehr noch in die Seele. Mit diesem Menschen will ich Musik machen.
Carol Vitez – kann nur ein ungarischer Name sein. Stimmt, seit mehr als drei Generationen Adel und Musiker in seinem Stammbaum. Mehr noch : ungarisches Pfeffer nach Bedarf.
Der schlechteste Bassist aller Zeiten und noch schlechtere Cellist, mit dem will dieser ungarische Virtuose konzertieren ?
Macht ja nichts, solange er das nicht merkt soll mir das recht sein.

Spass beiseite:
Ich hatte eine Stradivari und einen Magier der Musik, einen Ungarn neben mir, nicht nur im Ohr, ich sah, erlebte seinen musikalischen Körpergestus. Ich wusste: da will ich hin, mit dem, mit diesem Klang, dieser Musikalität will ich Musik machen. Musik machen ? Spinne ich? Machen?
Ich will diesen Klang, diese Musikalität zelebrieren.
Nun darf ich es.
Cello: von Matthias Kohl aus Heidelberg.
Saiten: von Gerold Genssler für mein Kohl Cello.
Im Dialog mit Carol Vitez und seiner Stradivari.
Fühle ich mich geehrt ?
Ich glaube: Ja, ich bin es.
Ein Maestro und seine Stradivari akzeptieren mich, mein Cello von Matthias Kohl und meine Genssler Saiten.